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Düsseldorf: Die Liebesschlösser an den Kasematten

Düsseldorfer Rheinufer : Paare befestigen Liebesschlösser an den Kasematten

Sie hängen an der Milvischen Brücke in Rom, an der Hohenzollernbrücke in Köln und an einem schmiedeeisernen Zaun im ungarischen Pécs: die sogenannten Liebesschlösser sollen die ewige Liebe von Paaren besiegeln. Auch an den Düsseldorfer Kasematten wird dieser Brauch praktiziert – am neuen Rheinufer-Zaun.

Sie hängen an der Milvischen Brücke in Rom, an der Hohenzollernbrücke in Köln und an einem schmiedeeisernen Zaun im ungarischen Pécs: die sogenannten Liebesschlösser sollen die ewige Liebe von Paaren besiegeln. Auch an den Düsseldorfer Kasematten wird dieser Brauch praktiziert — am neuen Rheinufer-Zaun.

"Tina + Axel 21.5.2011", "Lara & Mario 21.08.2010", "Micha & Regine 15.01.2010" - liebevoll sind die Namen der Verliebten und das Datum ihres Kennenlernens auf den Vorhängeschlössern eingraviert. Viele der Schlösser an den Kasematten sind noch an der alten, aus zwei Drahtseilen bestehenden, Absperrung angeschlossen. Sie werden vom neuen Zaun aus Drahtgeflecht fast verdeckt.

Nachdem am Rosenmontag 2011 ein Krefelder an einem unverschlossenen Tor des Zauns in die Tiefe gestürzt war, wurde diese Absperrung an der Rheinpromenade aufgestellt. Der Drahtzaun, der bei den Düsseldorfern auf wenig Gegenliebe stieß, ist als Provisorium geplant, ein Geländer nach Kölner Vorbild könnte folgen.

Trotz der aktuell noch ungewissen Zukunft des Metallgitters haben erste Paare damit begonnen, ihre Liebesschlösser am provisorischen Zaun zu befestigen. Ein besonders gründliches Pärchen schaffte es sogar, mit seinem Vorhängeschloss das Stahlseil des alten Geländers mit dem neuen Zaun zu verbinden.

Ob die Schlösser ewig an dieser Stelle hängen werden, ist fraglich. Wird das Provisorium entfernt, könnten auch die Schlösser verschwinden. Bernd Thomas, Referent im Planungsdezernat, sagt: "Wir werden rechtzeitig bekannt geben, wenn es eine Entscheidung über einen Neubau geben sollte. Dann können die Paare ihre Schlösser wieder abmontieren." Sollte das bestehende Seilgeländer entsprechend heutiger Sicherheitsstandards ergänzt werden, könnten die Schlösser aber auch an ihrem Platz bleiben.

Ursprünglich stammt der Brauch, Schlösser an Brücken zu befestigen, aus Italien. Absolventen der Sanitätsakademie in Florenz sollen die Schlösser ihrer Spinde auf der Milvischen Brücke, die in Rom über den Tiber führt, an der Brückenlaterne befestigt haben. Die Schlüssel wurden nach dem Befestigen ins Wasser geworfen. Irgendwann begannen Verliebte dieses Ritual zu übernehmen. Daraufhin verbreitete sich der Brauch in ganz Europa. Das bekannteste deutsche Beispiel ist die Hohenzollernbrücke in Köln.

Ganz so viele Schlösser wie in der Domstadt gibt es am Rheinufer der Landeshauptstadt noch nicht. Doch daran möchte nun ein Düsseldofer Startup etwas ändern. Unter dem Slogan "Liebe verbindet" vertreibt das Düsseldoeferin Label amoree.de individuelle Liebesschlösser.