Düsseldorf: Der Kampf gegen das Hochwasser im Januar 2018

Rheinpegel in Düsseldorf steigt: Der Kampf gegen das Hochwasser

Der Pegel des Rheins steigt weiter an. Zwischen Baumberg und Urdenbach muss die Straße teilweise geschlossen werden. Die Menschen in Düsseldorf bereiten sich auf das Hochwasser vor.

Hellbraun ist der Rhein derzeit, er fließt schnell und er braucht Platz: Auf den Oberkasseler Rheinwiesen baden Kanadagänse dort in einem neuen Teich. In der Altstadt schwappt das Wasser an der Kaimauer des Unteren Rheinwerft hoch, spült heftig um den Bug eines Kreuzfahrtschiffs, treibt große Äste, die der Sturm vorgestern von den Bäumen gerissen hat, Richtung Norden. Immer wieder bleiben Passanten trotz des Regens stehen und starren in die Fluten. Noch ist der Pegel des Rheins moderat - noch keine sechseinhalb Meter an diesem Donnerstagmittag. Trotzdem wirkt der Rhein auf einmal beeindruckend mächtig, wie er alles davonzureißen scheint.

Bei Gosch in den Kasematten sind Männer in Friesenjacken hektisch damit beschäftigt, Trennwände und Bodenplatten abzubauen. "Wir wollen halt keine nassen Füße kriegen", ruft einer von ihnen. Elmar Uecker, der Betriebsleiter von Gosch, koordiniert die aufwendigen Abbauarbeiten: "Wir stellen uns auf alles ein. Ich hoffe aber, dass es nur knapp wird."

Hochwasser in Düsseldorf - Pegel des Rheins steigt stark an

Im Düsseldorfer Süden an der Grenze zu Baumberg rechnet Familie Reuter schon mit einem möglichen Hochwasser. Katrin und Herbert Reuter betreiben auf dem Gutshof Haus Bürgel ihre Kaltblutzucht in der Urdenbacher Kämpe. Von dort aus können sie Urdenbach heute wohl nur noch über Umwege erreichen - alles spricht dafür, dass die Durchfahrt heute gesperrt werden muss. Würde der Pegel weiter auf 8,40 Metern steigen, wäre auch der Straßenabschnitt zwischen Baumberg und dem Haus Bürgel überschwemmt. "Dann müssten unsere vier Kinder zu Freunden ausquartiert werden", sagt Katrin Reuter. Betroffen ist auch die Biologische Station im Haus Bürgel. Geschäftsführerin Elke Löpke und ihre Kollegen müssen durch die Straßensperrung vorübergehend von zu Hause aus arbeiten. Autos und Anhänger des Instituts haben sie und ihre Kollegen deshalb sicherheitshalber gestern schon vom Hof gefahren.

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Im Linksrheinischen ist beim Yacht Club Graf Spee, deren Steganlage sich am Löricker Sporthafen befindet, die Lage noch relativ ruhig. "Erst ab einem Pegel von 8,50 Metern müssen wir reagieren", sagt Stegwart Hans Momm, der den Rheinpegel mehrmals täglich überprüft. Bereits eingestellt wurde auch der Betrieb der Rheinfähren zwischen Zons und Urdenbach, Langst und Kaiserswerth sowie zwischen Uedesheim und Himmelgeist.

In den Kasematten räumten Arbeiter Bodenplatten weg. Foto: L. Hogenkamp

Die Stadt Düsseldorf erhöht angesichts des steigenden Rheinpegels ebenfalls ihre Schutzmaßnahmen. Gegen acht Uhr wird heute das Tor am Unteren Rheinwerft zum Alten Hafen geschlossen. Außerdem wird nahe der Theodor-Heuss-Brücke mit schwerem Gerät wie Bagger und Kran eine Stromleitwand aufgestellt. Sie soll den Yachthafen schützen, der sich unmittelbar hinter der Brücke befindet. Auf diese Weise sollen Strömungen verhindert und der Hafen vor Treibgut geschützt werden.

Zuletzt waren in Düsseldorf Hochwasserschutzmaßnahmen am 11. Januar 2011 erforderlich, als der Rhein einen Höchststand von 8,52 Metern erreichte. Aber es gab auch Zeiten, in denen der Rheinpegel über die Marke von zehn Metern kletterte: Amtlich festgehalten ist, dass die Pegeluhr in der Altstadt am 2. Januar 1926 11,10 Meter anzeigte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So hoch steht das Wasser im Rhein bei Düsseldorf

(RP)