Düsseldorf: Der Ausbilderkreis feiert sein 50-jähriges Bestehen

Jubiläum : Die Ausbildung als Karriere-Sprungbrett

Der Düsseldorfer Ausbilderkreis feierte sein 50-jähriges Bestehen im Rahmen eines Festaktes am Flughafen.

Die Ausbildung ist das A und O für den beruflichen Erfolg – das erklärten unisono alle Redner auf der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des Düsseldorfer Ausbilderkreises (DAK). „Unser Verein ist in den vergangenen 50 Jahren zu einer Marke in der Region für gute und stets aktuelle Themen der betrieblichen Aus- und Weiterbildung und Personalentwicklung geworden“, erklärte Wolfram Brecht, Vorstandsvorsitzender des Vereins DAK. „1969 drohte die berufliche Bildung auf Grund der politischen Konstellation verstaatlicht und die Selbstverwaltung der Wirtschaft in Sachen Berufsbildung abgeschafft zu werden.“ Auch das Berufsbildungsgesetz sei aus einem gewissen Misstrauen gegenüber der Wirtschaft und gegen deren anfängliche Widerstände in Kraft getreten.

„Möglich war der Erfolg unseres Vereins auch dadurch, dass wir die sich schnell wandelnden Interessen und Bedürfnisse der Wirtschaft rechtzeitig erkannt haben“, so Brecht weiter. „Heute sind wir ein Dienstleister und Förderer der Wirtschaft in Fragen vor allem der beruflichen Aus- und Weiterbildung und der Personalentwicklung, aber auch der akademischen Bildung, Stichwort duales Studium.“

Der Ausbilderkreis bring regelmäßig die unterschiedlichen Akteure der Düsseldorfer Wirtschaft zusammen. Neben Unternehmen und Wirtschaftsverbänden sind das auch unterschiedliche Bildungseinrichtungen, Trainer, Berufskollegs und Hochschulen.

„Über die fünf Jahrzehnte seines Bestehens war die Zusammenarbeit zwischen dem Düsseldorfer Ausbilderkreis und der IHK immer sehr eng“, erklärte Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. „Die berufliche Bildung ist ein Karrieresprungbrett und ein Integrationsmotor.“ Und sie sei nicht nur für den Erfolg des Einzelnen von Bedeutung, sondern auch für den Erfolg des Unternehmens. Vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels sei die Ausbildung wichtiger denn je. „Aus den Umfragen unter unseren Mitgliedern geht ganz klar hervor, dass der Fachkräftemangel das Wachstumshemmnis Nummer 1 für die Betriebe ist, weit vor anderen Problemen wie internationalen Krisen“, so Berghausen weiter.

Im vergangenen Jahr hatte die IHK Düsseldorf rund 17.000 Ausbildungsverträge registriert. Aber nicht alle freien Stellen konnten besetzt werden. So sind gegenwärtig noch rund 2300 Ausbildungsstellen in den Unternehmen frei. „Als Unternehmerschaft Düsseldorf engagieren wir uns seit vielen Jahren dafür, den Übergang von Schule in den Beruf mitzugestalten. Und wir hatten immer ein großes Interesse daran, mit dem DAK zusammenzuarbeiten“, erklärte Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Düsseldorf. Für den Präsidenten des Bundesinstituts für Berufsbildung, Friedrich Hubert Esser, ist es eine wichtige Zukunftsaufgabe, mehr junge Menschen in die Ausbildung zu bekommen. „In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Ausbildungsverträge deutschlandweit um 100.000 zurückgegangen“, erklärte Esser. „Glücklicherweise haben wir in den letzten beiden Jahren wieder einen leichten Zuwachs, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass viele Geflüchtete eine Ausbildung angefangen haben.“

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