Düsseldorf: Den Herbst-Klassiker Kürbis gibt es jetzt überall in der Stadt

Herbst-Klassiker in Düsseldorf : Den Kürbis gibt es jetzt überall in der Stadt

Als Beilage, Suppe oder Deko – der Kürbis ist ein Allrounder, den es jetzt auf fast jedem Markt in Düsseldorf zu kaufen gibt.

Das Gemüse, das wie kein zweites für die herbstliche Jahreszeit steht, ist eigentlich gar kein Gemüse. Zumindest aus botanischer Perspektive gehört der Kürbis zu den sogenannten Panzerbeeren. Viel gebräuchlicher ist bei uns eher seine Lebensmitteldefinition – in diesen Tagen besonders als saisonale Gemüsebeilage oder in cremiger Suppenform beliebt.

Am ersten Sonntag dieses Monats schmückte er mit anderen Feldfrüchten als Symbol für eine gute Ernte die Kirchen vielerorts zum Erntedankfest, während seine geschnitzten Grimassen am letzten Oktobertag böse Geister vom Haus fernhalten sollen. Keine Frage, der Kürbis hat viele Talente. Was man kulinarisch noch so alles mit dem Vielseiter zubereiten kann und ob der Kürbis sich auch für das heimische Gemüsebeet eignet – die Händler vom Carlsplatz geben Tipps.

Der Hokkaido ist einer der beliebtesten Kürbisse. Die Schale kann mitgegessen werden. Foto: Anne Orthen (ort)

Auf den ersten Blick wird deutlich: Der Kürbis ist ein wahres Schlechtwetter-Gemüse. Besonders begehrt ist er noch nicht bei der Kundschaft, auch wenn ihn jeder Gemüsehändler am Carlsplatz im Sortiment hat. „Es war zu warm in den vergangenen Tagen“, mutmaßt Theresa Hauve. Wenn es draußen kalt und ungemütlich wird, scheint die Kürbiscremesuppe erst so richtig zu schmecken.

Exemplare wie Dornenkronen und Flying Saucers sind reine Zierkürbisse, die nicht gegessen werden dürfen. Foto: Anne Orthen (ort)

Dabei möchte die Mitarbeiterin der „Kräuterhexe“ die Kunden darauf aufmerksam machen, dass man Kürbis auch unabhängig vom Wetter genießen kann. Beispielsweise in einem asiatischen Curry oder als weihnachtlich angehauchte Marmelade. Die passenden Gewürze bietet Hauve dazu gleich im Paket an, mit Rezept und Marmeladengläschen dabei.

Doch welcher der mehr als 200 Kürbissorten eignet sich genau wofür? „Butternut und Hokkaido sind klassische Suppenkürbisse. Letzterer eignet sich aber auch sehr gut als Ofengemüse oder im Risotto, da sein Fleisch nur wenige Fasern hat. Anders als der Spaghettikürbis, den man eine halbe Stunde kochen muss. Dann gibt er wunderbare Gemüsespaghetti ab“, sagt Philipp Schier. Der klassische Riesenkürbis, süß-sauer eingelegt, der früher den Ruf eines Arme-Leute-Essens hatte, ist eigentlich nur noch als Halloween-Kürbis beliebt – für gruslige Fratzen.

Zusätzlich gibt es am Traditions-Stand seines Vaters Michael noch den französischen Muskatkürbis zu kaufen. Der muss – im Gegensatz zum Hokkaido – allerdings geschält werden. Eine Knochenarbeit, die viele abschreckt. „Besonders für die älteren Kunden bieten wir Kürbis deshalb auch abgepackt in geschnittener Form an“, sagt Schier.

„Man denkt, Kürbis sei knüppelhart. Bekommt er jedoch einmal eine Delle, fault er sehr schnell“, sagt Kollegin Claudia Pesch. „Unversehrt, bei circa zehn Grad in einem dunklen und absolut trockenen Lagerraum, hält er sich jedoch mehrere Monate.“ Ihre Kürbisse stammen aus eigenem, biologischem Anbau vom Hof in Neuenhoven-Schlich bei Jüchen. Generell eigne sich der Kürbis auch fürs heimische Gemüsebeet.

Vorausgesetzt, man überlässt den fußballgroßen Brocken viel Platz zum Wachsen. Etwa vier Monate beträgt dann die Reifezeit. Trockene Sommer wie in diesem Jahr machen der Pflanze jedoch zu schaffen. „Und Frost ist absolut schädlich“, betont die Gemüsehändlerin. Deshalb müssen auch vor den ersten Frostböden im November die Früchte längst vom Feld sein.

Um die Genießbarkeit ihrer Kürbisse müssen sich Kunden von „Blumen Brüning“ keine Gedanken machen. Deren Zierkürbisse sind nicht zum Verzehr geeignet, sondern bleiben ihrem Namen treu. Der enthaltene Bitterstoff Cucurbitacin kann sogar zu einer Lebensmittelvergiftung führen. Zum Essen sind die Blumen-Kürbis-Arrangements aber sowieso viel zu schön. „Eben genau passend für eine herbstliche Tischdeko“, findet Mitarbeiterin Hannelore Müller.

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