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Düsseldorf: Demonstranten gehen gehen Impfpflicht auf die Straße

Corona-Protest in Düsseldorf : Tausende Impfgegner ziehen durch Düsseldorf

Am Samstag haben in der Düsseldorfer Innenstadt tausende Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Obwohl die angemeldete Zahl der Teilnehmer deutlich überschritten wurde, blieb die Aktion friedlich. Entgegen einem Aufruf des Veranstalters waren temporär parteipolitische Symbole zu sehen.

Am Samstag haben in Düsseldorf wieder tausende Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Die Demonstranten trafen sich am Johannes-Rau-Platz und zogen von dort in einem Rundmarsch durch die Innenstadt und über die Königsallee. Im Vorfeld hatte die Stadt Düsseldorf versucht, ein Verbot des Demonstrationszuges zu erwirken, einem Eilantrag der Veranstalter gegen das Verbot wurde jedoch stattgegeben. Grund ist, dass eine solche Einschränkung nicht von der Stadt, sondern von der Polizei verhängt werden muss. Dieser Umstand wurde von den Teilnehmern der Demonstration bei der Eröffnungskundgebung unter der Rheinknie-Brücke lautstark gefeiert.

Der Veranstalter wies vor und während des Zuges wiederholt auf das Einhalten von Abständen und Maskenpflicht hin. Vor allem letztere wurde jedoch während des rund dreistündigen Zuges durch die Stadt von einem großen Teil der Demonstranten ignoriert. Auch wies der Veranstalter im Vorfeld darauf hin, dass keine nationalistischen oder parteipolitischen Symbole zu zeigen seien. Dennoch hatte eine Gruppe junger Menschen neben deutschen Nationalfaggen auch Fahnen mit dem Zeichen der Jungen Alternativen, einer vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuften Jugendorganisation der AfD, mitgebracht.

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Diese wurden zwar auf den Druck der Umstehenden, die „Fahnen runter“ skandierten, gesenkt, jedoch wurden zumindest die Deutschlandflaggen während des Zuges wieder offen gezeigt, wobei die Träger nationalistische Parolen riefen. Mehrfach zu sehen war ebenfalls die sogenannte Gadsden-Flagge, die, ursprünglich ein Symbol des amerikanischen Patriotismus, inzwischen häufig von rechten Gruppierungen und Verschwörungstheoretikern gezeigt wird.

Der gesamte Zug wurde von einem Großaufgebot an Polizisten begleitet, die Kundgebung verlief nach Angaben eines Polizeisprechers jedoch ohne nennenswerte Zwischenfälle. Durch die nötigen Straßensperrungen kam es in der Innenstadt zeitweise zu Verkehrsbehinderungen. An der Königsallee hatte sich neben zahlreichen Schaulustigen auch eine kleine Gruppe zur Gegendemonstration gebildet, die antifaschistische Symbole zeigten. Trotz verbaler Provokationen von beiden Seiten kam es zu keinem Zusammenstoß.

Am Abend sprach die Polizei von rund 6000 Teilnehmern. Da hatte sich die Demonstration bereits aufgelöst, nachdem die Teilnehmer wieder den Johannes-Rau-Platz erreicht hatten. Die Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen haben angekündigt, auch an den folgenden Wochenenden in Düsseldorf und anderen Städten demonstrieren zu wollen. Ob es dann wieder Versuche geben wird, den Zug zu untersagen, bleibt abzuwarten.

Als Reaktion auf die Entscheidung der Richter hatte Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) am Freitag erklärt, die Stadt respektiere die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes natürlich. Angesichts der hohen Inzidenzwerte hätte die Stadt sich aber gewünscht, dass es möglich gewesen wäre, den Gesundheitsschutz stärker einzubeziehen.

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