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Düsseldorf: Demo gegen Polizeigewalt wegen Video aus Altstadt geplant

Nach umstrittenem Einsatz in Altstadt : Demonstration gegen Polizeigewalt in Düsseldorf geplant

Am Samstag wollen Demonstranten wegen des Polizeieinsatzes gegen einen 15-Jährigen in der Altstadt auf die Straße gehen. Der Anmelder spricht von „brutalem und unverhältnismäßigem“ Vorgehen. Die Ermittlungen sind derweil noch nicht abgeschlossen.

Demonstranten wollen am Samstag in Düsseldorf gegen Polizeigewalt protestieren. Auslöser ist der Einsatz in der Altstadt am Wochenende, Kostenpflichtiger Inhalt bei dem ein Polizist einen 15-Jährigen bei der Festnahme mit dem Knie auf den Kopf gedrückt hatte. Ein Video des Vorfalls sorgte für Empörung in den sozialen Medien, auch, weil die Pose an die Ermordung des US-Amerikaners George Floyd durch einen Polizisten erinnerte.

Anmelder der Demonstration, die um 14 Uhr am Hauptbahnhof beginnen soll, ist der Verein „Zukunft Plus“, der sich für mehr gesellschaftliche Partizipation für Migranten einsetzt. Die Polizei bestätigt die Anmeldung,  2000 Besucher werden erwartet. Der Zug soll bis zum Burgplatz laufen.

Vorstand Karima Benbrahim schreibt in einer Stellungnahme, der Verein sei „zutiefst erschrocken über die brutale und unverhältnismäßige Polizeigewalt“. Dem Opfer gelte „tiefstes Mitgefühl“. Der Verein wirft der Polizei vor, es handele sich nicht um einen Einzelfall, auch aus anderen Städten würden schwerwiegende Fälle von Polizeigewalt gegen „Minderjährige of Color“ berichtet. In der Tat machten zuletzt Videos von einigen Vorfällen in den sozialen Medien die Runde. 

Was genau in der Altstadt passiert ist und wie das Vorgehen des Polizisten rechtlich einzuschätzen ist, ist derweil noch ungewiss. Die Duisburger Polizei führt aus Neutralitätsgründen die Ermittlungen. Der Jugendliche hat offenbar nur leichte Verletzungen erlitten. Dass der Polizist sein Knie auf den Kopf des 15-Jährigen gedrückt hat, ist nicht per se verboten. Experten sollen den Ablauf nun genau bewerten.