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Düsseldorf: Deichwächter mit Veto beim Thema Deichgaragen

Diskussion in Düsseldorf : Deichwächter mit klarem Veto beim Thema Deichgaragen

Um im Linksrheinischen die Parkplatznot zu mindern, hatte Bezirksbürgermeister Rolf Tups (CDU) die umstrittenen Deichgaragen ins Spiel gebracht. Jetzt kam die erwartete Reaktion der Deichwächter.

Mit diesem Veto war zu rechnen: Nachdem der Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 4, Rolf Tups (CDU), jüngst angekündigt hatte, in diesem Jahr auch einmal wieder über das Thema Deichgaragen im Linksrheinischen zumindest zu diskutieren, meldete sich nun der Vorstand der Deichwächter zu Wort. Johanna Baumgartner-Knoefel und Johann Brück teilen in einem Schreiben deutlich mit, dass sie von Tups‘ Idee wenig halten.

Der Bezirksbürgermeister befürwortet die Verkehrswende, doch das Parkplatzproblem werde in naher Zukunft trotzdem nicht gelöst werden. „Wir werden das Auto nicht abschaffen können“, sagt Tups, der deshalb den Bau von Quartiersgaragen vorgeschlagen hat – auch in Nähe des Rheins. Allerdings soll nicht derartig in die Natur eingegriffen werden, dass im Linksrheinischen die Gefahr etwa bei Hochwasser steigt.

„Wir Deichwächter sind nicht grundsätzlich gegen Quartiersgaragen – falls der Bedarf nachgewiesen wird. Zweifel sind allerdings angebracht. In der Tiefgarage am Barbarossaplatz sind zum Beispiel noch reichlich Dauerstellplätze frei“, heißt es in dem Schreiben der Deichwächter. Sie sprechen sich vehement gegen den Bau von Quartiersgaragen direkt am Rhein im für Düsseldorf so wichtigen Deich und Deichvorland aus. Die Deichwächter weiter: „Wir sind sicher, dass sich keine Mehrheit für ein Projekt finden lässt, das so kurz nach dem schrecklichen Hochwasser im vergangenen Sommer vorsieht, Löcher in die Oberkasseler Deiche zu buddeln, um dort Autos abzustellen.“ Johanna Baumgartner-Knoefel und Johann Brück kündigten gleichzeitig an, dass sie von ihrer Meinung nicht abrücken werden, unabhängig von „vermeintlich sicheren bautechnischen Maßnahmen. Die Rheinwiese und der Deich dürfen nicht angetastet werden“.

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Wie die Deichwächter berichten, hätten sich bereits vor 30 Jahren spontan 4600 Leute gefunden, „die gegen ein solch, damals schon absurdes Projekt empört Sturm gelaufen sind und zur Gründung des Deichwächter-Vereins geführt haben“. Sie rechnen damit, dass die Reaktion der Bürger nach den Folgen des Hochwassers 2021 noch viel heftiger ausfallen werde, sollte demnächst ernsthaft über das Thema diskutiert werden. „Wir gehen davon aus, dass Herr Tups das Reizwort Deichgaragen nur in den Ring geworfen hat, um seinem eigentlichen Anliegen ,Quartiersgaragen in Oberkassel‘ maximale Aufmerksamkeit zu verschaffen. Diesen Vorschlag kann er unmöglich ernst gemeint haben“, beenden die Deichwächter ihr Schreiben.

Aufgrund der Parkplatznot in seinem Stadtbezirk findet es Tups richtig, dass er „den Ball aufs Spielfeld geworfen“ hat, um auch über Deichgaragen zu diskutieren. Das habe er auch schon mit den Deichwächtern in der vergangenen Woche in einem Gespräch gemacht: „Und in vielen Dingen sind unsere Ansichten deckungsgleich“, sagt Tups.