Düsseldorf: Dauerstau nervt die Vennhauser

Dialog mit Düsseldorfs OB Geisel : Vennhauser haben Ideen für den Verkehr

Die Umweltspuren dienten auch beim OB-Dialog in Vennhausen als Vorlage für Diskussionen. Viel Kritik gab es für den Kreisverkehr Gubener Straße. Oberbürgermeister Thomas Geisel verteidigte diese Maßnahme.

 Thomas Geisel spannte die knapp 120 Zuhörer in der Markus-Kirchengemeinde am Sandträgerweg am Dienstagabend zunächst einmal auf die Folter und ließ sie eine Viertelstunde warten. Wenigstens war die Erklärung schnell gefunden: Geisel wählt den Bus, um zum 36. OB-Dialog nach Vennhausen zu kommen, und der fällt in dieser Stadt nun mal nicht selten aus oder steht im Stau.

Verkehr war auch sofort das beherrschende Thema. Im Zusammenhang mit der Umweltspur hatte ein Zuhörer gleich mehrere Vorschläge für brachliegende Flächen, die für Park & Ride in Frage kommen würden. Das sei doch eine Voraussetzung für die Einführung von Umweltspuren gewesen.

Das stimme natürlich, meinte Geisel, aber die Stadt sei wegen des drohenden Fahrverbots für Dieselfahrzeuge halt in Handlungsnot gewesen. Geisel versprach Besserung: Ickeswarder Straße, Münchener Straße, Uni, womöglich auch am Unterbacher See werde nachgebessert. Es gab aber keineswegs nur Kritik an der Umweltspur. „Ich bedanke mich für ihre Hartnäckigkeit“, so eine Befürworterin, die dafür viel Applaus bekam.

In Detailfragen kam es zu Unmutsäußerungen: Alte und behinderte Menschen könnten wohl kaum Fahrgemeinschaften bilden, sagte eine Frau und forderte Ausnahmegenehmigungen. So richtig hatte Geisel darauf keine Antwort.

Ein weiteres Verkehrs-Thema war Car-Sharing. Das gibt es in Vennhausen nicht. Ob denn der OB nicht mal auf die Anbieter einwirken könne, dass auch die Außenbezirke bedient werden. Da seien die Einflussmöglichkeiten der Stadt begrenzt, sagte Geisel. Radikal war dieser Vorschlag eines Zuhörers: Pendler, die aufs Auto verzichten, sollten nichts mehr für das ÖPNV-Ticket zahlen müssen. Ganz umsonst gehe es nicht, stoppte der OB. „Am Preis muss man aber weiter drehen, und zwar nach unten, das stimmt.“ Der ausufernder Lieferverkehr, zum Beispiel auch in der Siedlung Freiheit in Vennhausen, ist auch Geisel ein Dorn im Auge.

Den Nutzen des „monströsen“ Kreisverkehrs an der Gubener Straße bezweifelte ein ansässiger Reitstallbesitzer. Geisel verteidigte die Maßnahme, die Kreuzungen müssten funktionieren, der Verkehr nach Möglichkeit fließen. Dass jene Lösung gewählt wurde, die in ein Wohngebiet hineinreicht, kritisierte ein Zuhörer. Da hätte es auch andere Varianten gegeben.

Die Forderung nach einer Ampel (statt Zebrastreifen) an der Gubener Straße auf dem Schulweg der Volker-Rosin-Schule konterte Geisel mit der Kritik an dem Ausufern von Elterntaxis. Aber: „Es darf natürlich keine Kompromisse bei der Sicherheit unsere Kinder geben.“ Da mehrere Mütter die Gefahren an dieser Stelle beschrieben, versprach Geisel, dem noch einmal nachzugehen.

Dass vor dem Hintergrund von drei Einbrüchen innerhalb kürzester Zeit am Reichenbacher Weg die Sicherheit in der Stadt leide, glaubt Geisel nicht: „Statistisch ist sicher das Gegenteil der Fall. Aber die Menschen müssen auch selbst schauen, dass sie ihre Wohnungen und Häuser besser sichern.“