Düsseldorf: Das hilft gegen Raupen vom Eichenprozessionsspinner

Tipps gegen gefährliche Raupen : Stadt Düsseldorf sprüht Biozid gegen Eichenprozessionsspinner

Bald schlüpfen die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Weil der Kontakt mit ihren Haaren beim Menschen zu Ausschlag, Bindehautentzündung oder Atemnot führen kann, bekämpft die Stadt die Tiere nun mit Gift - und gibt Tipps, falls doch etwas passiert.

Die Zahl der mit Raupen des Eichenprozessionsspinners befallenen Bäume habe in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen, teilte die Stadt mit: 2017 wurden 140 Bäume von Raupen befreit, 2018 waren es 481. Warmes, trockenes Wetter begünstigt die Population.

Vorbeugend würden deshalb in diesen Tagen rund 750 der rund 7.500 Eichen im Düsseldorfer Stadtgebiet mit einem Biozid besprüht, so die Stadt. Ausgewählt würden Bäume, die in den Vorjahren stark befallen waren und in der Nähe von Spielplätzen, Schulhöfen, Kindergärten oder an Hauptwegen auf Friedhöfen und stark frequentierten Straßen stehen.

Das verwendete Mittel NeemProtect führt dazu, dass die Raupen nicht mehr fressen und daher auch keine Brennhaare ausbilden. Für Menschen oder Haustiere sei es nicht giftig, sagte Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke. „Die gesundheitlichen Risiken nach einem Kontakt mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners sind deutlich höher als ein Kontakt mit diesem Wirkstoff.“ Das Biozid sei zudem umweltverträglich und werde im ökologischen Landbau eingesetzt. 

Tipps für den Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner

Nicht nur der direkte Kontakt mit den Raupen oder den Raupennestern, sondern auch der Aufenthalt in der Umgebung befallener Bäume kann zu Kontakt mit den Haaren führen: Sie können über den Wind verbreitet werden.

Als Reaktion des Körpers kommt es bis zu acht Stunden nach Kontakt zu einer Entzündung der Haut. Bei Augenkontakt entwickelt sich eine Bindehautentzündung. Die Symptome halten gewöhnlich zwei Tage an, können aber auch über Wochen bestehen.

Was tun, wenn man doch in Kontakt mit den Brennhaaren gekommen ist? Das rät die Stadt Düsseldorf:

  1. Nicht kratzen, dadurch dringen die Haare tiefer in die Haut ein.
  2. Eingedrungene Raupenhaare mit Hilfe der Klebeseite von Pflasterstreifen entfernen.
  3. Kleider sofort wechseln.
  4. Gründlich duschen und den Kopf waschen.
  5. Bei Augenkontakt (Entwicklung einer Bindehautentzündung): sofort den Augenarzt aufsuchen!
  6. Bei Atemnot: sofort einen Arzt aufsuchen!
  7. Bei geringfügiger ausgeprägten Hautsymptomen: meist keine Gegenmaßnahmen erforderlich. Die Hautirritationen bilden sich auch unbehandelt zurück.

Grundstücksbesitzer sollten professionelle Schädlingsbekämpfer engagieren, wenn sie die Nester loswerden wollen. Informationen dazu gibt es beim Gartenamt unter 8994000.

(hpaw)
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