Corona-Protest und Hanau-Gedenken Erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen durch Demos in Düsseldorf

Update | Düsseldorf · Zwei größere Versammlungen sind an diesem Samstag durch Düsseldorf gezogen. Die Umzüge sind am Nachmittag am Oberbilker Markt und am Johannes-Rau-Platz gestartet. Eine dritte Demo wurde kurzfristig durch den Versammlungsleiter selber aufgelöst. Es gab erhebliche Verkehrsbehinderungen.

Die Kritiker der Corona-Politik versammelten sich um 15 Uhr am Johannes-Rau-Platz. Sie zogen durch die Innenstadt.

Die Kritiker der Corona-Politik versammelten sich um 15 Uhr am Johannes-Rau-Platz. Sie zogen durch die Innenstadt.

Foto: Brigitte Pavetic

Die Prognose der Polizei hatte sich am Samstagabend erfüllt: Die Beamten kündigten bereits im Vorfeld aufgrund von zwei Demonstrationen in Düsseldorf bis zum Abend erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen rund um die Stadtmitte an. Und so kam es dann auch. Ausschreitungen oder andere nennenswerten Zwischenfällen hat es aber bis zum Ende der Kundgebungen am Abend nicht gegeben, wie eine Sprecherin auf Nachfrage mitteilte.

Erneut haben sich am Samstag Kritiker der Corona-Politik um 15 Uhr am Johannes-Rau-Platz versammelt, sie haben um kurz vor 16 Uhr ihren Umzug durch die Stadtteile Unterbilk, Bilk, Friedrichstadt, Stadtmitte und Carlstadt begonnen. Von dort ging es zurück zum Startpunkt. Gegen 19 Uhr erklärte der Versammlungsleiter die Demonstration für beendet.

5000 Teilnehmer wurden erwartet. Gekommen sind aber weit weniger. Der Anmelder der Demo, Ingo Marks, erwartete am Samstag laut eigenen Angaben maximal 3000 Leute. Wegen des Sturms konnten seiner Einschätzung zufolge viele potenzielle Teilnehmer aus NRW nicht kommen, „weil auch nicht alle Bahnen fahren“.

Gegen 15 Uhr standen am Johannes-Rau-Platz mehrere hundert Protestler, nach Einschätzung unserer Redaktion keine 1000. Es kamen aber Nachzügler, nach 16 Uhr waren rund 3000 Menschen unterwegs. Diese Zahl teilte am frühen Abend die Polizei mit. Die ahndete gemeinsam mit dem Ordnungsamt 40 Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung und schrieb zwei Strafanzeigen wegen Beleidigung von Polizeibeamten.

Die Gedenkdemonstration für die Opfer des rassistischen Attentats von Hanau begann am Oberbilker Markt. Hier zogen die Menschen über die Kölner Straße.

Die Gedenkdemonstration für die Opfer des rassistischen Attentats von Hanau begann am Oberbilker Markt. Hier zogen die Menschen über die Kölner Straße.

Foto: Tino Hermanns

Zudem war eine Versammlung, ebenfalls mit Bezug zur Corona-Pandemie, angemeldet, die um 12 Uhr an der Reuterkaserne starten sollte. Dort wurden mehrere hundert Personen erwartet. Diese wurde laut Polizei durch den Versammlungsleiter aber noch in der Sammelphase vorzeitig beendet.

Gegenproteste gegen die Querdenken-Demonstrationen waren diesmal nicht angemeldet. Grund ist auch der zweite Jahrestag des rechtsextremen Attentats in Hanau, bei dem neun Menschen getötet wurden. Aus diesem Anlass fand um 14 Uhr eine Gedenkveranstaltung des linken Bündnisses „Düsseldorf stellt sich quer“ statt. Treffpunkt war am Oberbilker Markt, von dort zogen die Teilnehmer über die Kölner Straße in Richtung Siegburger Straße. Ziel des Umzugs war der Grabbeplatz. Rund 500 Demonstranten waren auf der Straße.

Die Polizei versuchte, die Demonstranten mit kurzzeitigen Sperrungen der Kreuzungen durch die Stadt zu lotsen, dennoch konnte es für Autofahrer längere Wartezeiten geben. Wer in die Stadt wollte, nutzte am besten die U-Bahn

Die Anwohnerproteste entlang der Demonstrationsroute der Corona-Maßnahmen-Kritiker fanden in dieser Woche nicht statt – auch in der kommenden Woche werden sie ausgesetzt. Einige Teilnehmer wollten sich am Samstag an der Hanau-Gedenkveranstaltung beteiligen, sagte eine Sprecherin. In der Woche danach lasse man den Protest aufgrund von Karneval ausfallen – man habe Sorge wegen des erhöhten Infektionsgeschehens. Danach wollen die Anwohner, die sich meist in einer größeren Gruppe in Unterbilk am Fürstenwall treffen, die Gegenproteste wieder aufnehmen, heißt es.

(veke, bpa, tino)
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