Düsseldorf: Busfahrer greift Fahrgast an

Rheinbahn kündigt Mitarbeiter: Düsseldorfer Busfahrer soll Fahrgast angegriffen haben

Die Rheinbahn hat ein Kündigungsverfahren gegen den 47-Jährigen eingeleitet. Der Fahrer soll einen Fahrgast erst während der Fahrt und dann an der Haltestelle Benrather S-Bahnhof hart angegangen haben.

Diese rund zehnminütige Fahrt mit einem Bus der Linie 784 wird ein Düsseldorfer so schnell wohl nicht vergessen. Am Montagmittag wollte der 56-Jährige gegen 13.20 Uhr vom Fritz-Gressard-Platz in Hilden mit dem Rheinbahnbus nach Benrath fahren. Eigentlich eine alltägliche Unternehmung, wäre da nicht dieser aggressive Busfahrer gewesen, der nun durch sein Verhalten dem Fahrgast gegenüber seinen Job verliert. Es geht um Beschimpfungen der übelsten Art, die sich vor allem gegen Deutsche richteten, bis hin zu einem tätlichen Angriff an der Endhaltestelle am S-Bahnhof in Benrath.

Bereits beim Einstieg in Hilden war es zur ersten verbalen Konfrontation gekommen. Der Bus sei vorgefahren und habe zunächst nicht die Türe geöffnet, schildert der Sohn des 56-Jährigen auf der Facebook-Seite Nettwerk Düsseldorf. Erst auf das Klopfen seines Vaters habe der Busfahrer mit einem bösen Blick die Tür geöffnet. "Mein Vater fragte ,Was ist los, schlechten Tag erwischt?'" Darauf habe der Busfahrer sofort ein Verbot für das Mitfahren ausgesprochen und auf sein Hausrecht gepocht. "Mein Vater setzte sich trotzdem auf den ersten Platz im Bus, dies wollte der Busfahrer verbieten, da der Sitz kaputt sei." Während der Fahrt dann soll der Fahrer verbal äußerst unflätig vor sich hin geschimpft haben.

"An der Endstation angekommen, wollte mein Vater von außen die Nummer des Busses fotografieren, um sich bei der Rheinbahn über das Verhalten des Fahrers zu beschweren. Als dieser das sah, ist er sofort rausgestürmt und hat meinen Vater auf den Boden geworfen", schildert der Sohn des Fahrgastes auf Facebook, was seinem Vater widerfahren war und suchte nach Zeugen. Eine Mutter meldete sich und berichtete, dass ihre Töchter und einige Freundinnen Zeugen der Vorfälle gewesen seien und den Verlauf gegenüber der Rheinbahn und der Polizei bestätigen könnten.

"Inakzeptables Verhalten"

Dieses sowie die genaue Beschreibung des Opfers von der Horror-Fahrt von Hilden nach Benrath, haben die Rheinbahn dazu bewogen, gegen den Fahrer, der sich am Ende seiner Probezeit befunden hat, ein Kündigungsverfahren einzuleiten. "Was wir über diesen Vorfall erfahren haben, war das eindeutig ein inakzeptables Verhalten des Fahrers, das wir nicht tolerieren und haben dementsprechend gehandelt. Wir haben aber natürlich unseren Betriebsrat in das Verfahren eingebunden", sagt Rheinbahnsprecher Eckhard Lander, der sich sowohl persönlich bei dem Sohn des 56-Jährigen als auch noch einmal über unsere Redaktion bei dem Opfer entschuldigte. Am Freitag landete das Verfahren bei der Arbeitnehmervertretung auf dem Tisch.

Doch dabei will es die Rheinbahn nicht belassen. Wie es der Sohn des Mannes beschreibt, hätten andere Fahrer bei der körperlichen Attacke des 47-Jährigen am S-Bahnhof in Benrath gegenüber dem Fahrgast nicht nur nicht eingegriffen, einer habe dem Busfahrer gegenüber sogar kundgetan: "Hier hast du meine Nummer, ich hab alles gesehen!" "Wir prüfen nun, um welche Busfahrer es sich gehandelt hat und werden diese ermahnen, dass wir auch ein solches Verhalten nicht dulden", berichtet Lander weiter.

Sein Vater habe sich dazu entschieden, keine Anzeige zu stellen, berichtete der Sohn: Mit der Kündigung seines Jobs sei der Fahrer genug bestraft. Die Rheinbahn habe zugesichert, für die bei dem Angriff beschädigte Jacke aufzukommen.

(rö)