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Düsseldorf: Bürgerverein Heerdt lässt Brücken verschönern

Brückenkunst in Düsseldorf : Neue Graffiti für Heerdter Schandfleck

Den Plan, unter der Brüsseler Straße die Brückenpfeiler mit Graffiti zu verschönern, gibt es seit Jahren. Nun durfte Mirko Suzuki im Auftrag des Bürgervereins Heerdt loslegen. Bis zum Sommer sollen 24 Motive entstehen.

Auf dem Stück zwischen der Krefelder Straße und Benediktusstraße – unter der Brüsseler Straße – ist es dreckig. Der Wind wirbelt unter der Brücke immer mal wieder das Laub auf, man muss aufpassen, nicht in die Hinterlassenschaften von Hunden zu treten. Die zwölf Brückenpfeiler sind wild mit schlecht gemalten Graffiti und Tags besprüht, ein Tag ist das Signaturkürzel des Künstlers, sodass für manchen vor allem in der Dunkelheit unter der Brücke ein Angstraum entsteht.

„Man könnte den Ort auch gut als Schandfleck bezeichnen“, sagt Andreas Schneider vom Vorstand des Bürgerverein Heerdt. Damit sich das ändert und es unter der Brücke wieder freundlicher aussieht, hat der Bürgerverein die Initiative ergriffen. Die hässlichen Brückenpfeiler werden nun mit Kunst verziert. „Es gab schon lange die Idee, die Pfeiler künstlerisch zu gestalten. Damit konnten wir jetzt endlich anfangen“, berichtet der Vorsitzende des Bürgervereins, Carsten Bahners. Er ist froh darüber, dass die Stadt ihr Okay gegeben hat: „Wir wollten zeigen, dass das Projekt noch nicht eingestampft wurde. Deshalb haben wir es nach unserer Wahl wieder forciert und erfüllen jetzt die Auflagen der Stadt. Ich denke, Heerdt wird damit ein Stück bunter und netter.“

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„Kreativkopf“ Mirko Suzuki, Grafiker und Heerdter („Mich bekommt man hier nicht mehr weg“), hatte schon vor vier Jahren in einer Facebook-Gruppe des Stadtteils gefragt, ob die Idee von neuen „richtigen“ Graffiti unter der Brücke den Leuten gefallen würde. Er bekam damals nur positives Feedback und hat sich nun im Auftrag des Bürgervereins an den ersten Säulen ausgelassen. Eine ziert etwa sein Kürzel „MAS“, das für „Mirko Akira Suzuki“ steht. Als weiteres Motiv soll ein Heerdt-Schriftzug folgen, auch Sehenswürdigkeiten des Stadtteils sollen in den nächsten Monaten abgebildet werden. „Wir lassen ihm bei der Auswahl der Motive die künstlerische Freiheit, nur ein paar Regeln müssen eingehalten werden“, sagt Bahners und spricht damit an, dass zum Beispiel gewaltverherrlichende Bilder nicht erlaubt sind. „Die Motive sollen vom Sechs- bis zum 80-Jährigen alle ansprechen“, sagt Bahners.

„Leider legen wir jetzt im Winter los, wenn es früh dunkel wird und man eigentlich nur am Wochenende Zeit hat. Aber wenn es im nächsten Jahr wieder wärmer wird und es draußen länger hell ist, dann wird es ganz schnell gehen“, sagt der 44 Jahre alte Suzuki, der mit Freunden bis zum Sommer die zwölf Brückenpfeiler verschönern will. Diese werden von beiden Seiten bemalt, sodass es am Ende 24 Bilder sind. Dass die Motive von anderen Sprayern wieder übermalt werden, die Befürchtung hat er nicht: „Es gibt einen Ehrenkodex: Solange ich nicht besser bin, male ich nicht drüber“, erzählt der 44-Jährige.

Suzuki hält mit dem Smartphone fest, wie es ursprünglich unter der Brücke ausgesehen hat und wie es aussieht, wenn jedes neue Motiv fertig ist. Denn er hat noch einen Gedanken und Wunsch im Hinterkopf: „Mit dem Vorher-Nachher-Vergleich sieht man ganz gut, was wir geleistet haben. Vielleicht wäre es dann zum Abschluss noch möglich, die Erlaubnis zu bekommen, an der großen Wand der Unterführung etwas richtig Großes zu sprühen, mit allen Leuten, die mitgemacht haben“, sagt er. Wenn man dann an den Säulen vorbei Richtung Wand geht, ist es laut Suzuki wie ein Gang durch ein Museum: „Wenn das klappt, wäre es das i-Tüpfelchen.“ Und die Zeit des Schandflecks wäre endgültig vorbei.