Stadtteil Ludenberg Düsseldorf bringt Flüchtlinge auf früherem NS-Gelände unter

Düsseldorf · Nach Schwerte plant auch die Stadt Düsseldorf ein Flüchtlingsheim auf einem Gelände, auf dem in der NS-Zeit Zwangsarbeiter untergebracht worden sind. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) teilte mit, man werde trotz der historischen Belastung an dem Standort festhalten.

So viele Flüchtlinge sind in NRW-Einrichtungen untergebracht
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Foto: dpa, bom fdt Ken jol

Auf der heutigen Freifläche im Stadtteil Ludenberg befand sich ab 1940 ein Lazarett für französische, später auch sowjetische Kriegsgefangene. Viele wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt. Nach Schätzungen kamen dort 1500 Kriegsgefangene zu Tode.

Die Stadt bestätigte entsprechende Recherchen unserer Redaktion. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) teilte mit, man werde trotz der historischen Belastung an dem Standort festhalten. "Nun gilt es, aus einem einstigen Ort der Barbarei einen Ort der Menschlichkeit zu machen und Flüchtlingen eine menschenwürdige Unterkunft zu bieten", sagte er. Geisel verweist darauf, dass ein Teil der Fläche bereits seit Jahrzehnten bebaut ist. Außerdem erinnere ein Mahnmal an die verstorbenen Kriegsgefangenen, sodass eine "angemessene Erinnerungskultur" gepflegt werde.

Die Stadt Schwerte war kürzlich wegen eines ähnlichen Falls in die Kritik geraten. Sie will 21 Flüchtlinge auf dem Gelände einer Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald unterbringen. Dort mussten Zwangsarbeiter für die Reichsbahn schuften. Gedenkstätten und Flüchtlingsvertreter kritisierten die Pläne scharf. Die Stadt hält trotzdem am Vorhaben fest und verweist darauf, dass die heute dort stehenden Baracken später gebaut wurden.

(arl)
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