Tanzsport in Düsseldorf Breakdance als Werbung für französische Lebensart

Düsseldorf · Fünf Breakdance-Lehrer aus Toulouse leiteten an der Vennhauser Allee einen Workshop für 400 Jugendliche. Mit dabei: Weltmeister Abdel Chouari.

 Sebastian Remmele (l.) und Ernest Butmann (r.) zeigen ihr Können, das auch Weltmeister Abdel Chouari honoriert.

Sebastian Remmele (l.) und Ernest Butmann (r.) zeigen ihr Können, das auch Weltmeister Abdel Chouari honoriert.

Foto: Tino Hermanns

Klar, die 400 Jugendlichen aus ganz NRW sollten ihren Spaß haben, dafür hatten Bérengère Aubineau und Emmanuel Beaufils fast ein Jahr lang gearbeitet. Aber die Entdeckungsreise in den Breakdance im Boston-Club hatte auch pädagogische Hintergründe. „In Klasse zehn können die Schüler Französisch abwählen. Aber wir möchten, dass weiter Französisch lernen“, erläuterte Aubineau. „Und wir möchten, dass sie die französische Kultur besser kennenlernen.“ Im nächsten Jahr gehören zur französischen Kultur auch die Olympischen Spiele, denn die werden in der französischen Hauptstadt ausgetragen.

„Weil 2024 erstmals Breakdance im olympischen Wettkampfprogramm steht, haben wir gedacht, dass das ein guter Punkt sei, auf die Spiele in Paris aufmerksam zu machen und es gleichzeitig mit unserer Sprache und Kultur zu verbinden“, so Aubineau. Und, weil der Boston-Club als Breakdance-Landesstützpunkt über beste räumliche Voraussetzungen und auch die Kompetenz verfügt, lag es nahe, die NRW-Jugendlichen an die Vennhauser Allee nach Eller einzuladen.

Aber die Kompetenz des Clubs war gar nicht gefragt, denn das Institut francaise hatte fünf Breakdance-Tanzlehrer, darunter auch den viermaligen Weltmeister Abdel Chouari aus Toulouse, eingeladen. Toulouse ist nicht nur Düsseldorfs Partnerstadt, sondern auch Hochburg des französichen Breakdance. Dort wohnt und arbeitet Chouarie. Dass der Boston-Club der ideale Austragungsort ist, davon hatte sich der Weltmeister persönlich überzeugt. „Abdel war bereits beim Frankreichfest im Juli in Düsseldorf und hat sich den Club angeschaut“, offenbart Aubineau. „Er ist mit vier seiner Tanzlehrer gerne wieder nach Düsseldorf gekommen.“

Für die 400 Jugendlichen, darunter auch einige vom Lessing-Gymnasium und dem angeschlossenen Berufskolleg, war der Tag mit Workshops, Diskussionen, Demonstrationen, Vorträgen und Vorführungen komplett ausgefüllt. Es konnten gar nicht alle Anfragen berücksichtigt werden. Tänzerischer Höhepunkt war das Battle zwischen zwei der Breakdance-Lehrer aus Toulouse und zwei Düsseldorfern, die sich Hoffnungen machen, bei den Olympischen Spielen 2024 Deutschland bei der Breakdance-Premiere zu vertreten. B Boy Snow, alias Ernest Butman, und Sebastian Remmele trainieren beide täglich im Boston Club und konnten den Heimvorteil nutzen. Der Jubel der 400 Jugendlichen, die die Jury für das Battle bildeten, für die Düsseldorfer Darbietung war geringfügig lauter als der für die Toulouser.“