1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Brand in Schwarz-Weiß 06 Vereinsheim - sechs Jahre Haft

Abgebranntes Vereinsheim in Düsseldorf : Angeklagter zu sechs Jahren Haft verurteilt

Im Prozess um das abgebrannte Vereinsheim von Heinos früherem Fußballverein Schwarz-Weiß 06 wurde der Angeklagte in Düsseldorf zu sechs Jahren Haft verurteilt. Seine Partnerin erhielt eine Strafe von 18 Monaten ohne Bewährung.

Mit Haftstrafe gegen beide Angeklagten hat das Landgericht Düsseldorf die Brandstiftung im Vereinsheim des SV Schwarz-Weiß in Oberbilk geahndet. Bei dem Feuer, das von einem 25-jährigen Intensivtäter unter Drogeneinfluss Ende Oktober 2018 gelegt worden war, um Spuren eines Einbruchs zu verwischen, war ein „Mindestschaden von einer Million Euro“ entstanden, so die Richter.

Dafür muss der Mann jetzt sechs Jahre lang in Haft, seine Ex-Frau (24), die lediglich beim Einbruch geholfen hatte, wurde zu anderthalb Jahren Haft verurteilt. Zudem sollen beide in eine Drogen-Entzugsklinik. Die Verteidigung der Frau hat bereits Revision angekündigt.

Lange Gesichter auf der Anklagebank beim Urteilsspruch: Die Richter übertrumpften mit ihren Strafen nämlich sogar noch die Anträge der Staatsanwältin. Sie hatte fünfeinhalb Jahre Haft plus Entzugsklinik für den geständigen Brandstifter gefordert, für dessen Ex-Frau war eine Bewährungsstrafe von einem Jahr beantragt.

Beides stockten die Richter aber deutlich auf. Zur Begründung hieß es, das angeklagte Paar sei in der Tatnacht unter Drogeneinwirkung regelrecht „einkaufen gegangen“ in jenem erst kurz zuvor frisch renovierten Clubhaus des Vereins, in dem auch Schlager-Star Heino einst als Jugendspieler aktiv gewesen war.

Das Paar, das bei dem Einbruch ein Laptop, hundert Euro in bar und einige Flaschen Schnaps erbeutet hatte, habe sich in keiner Phase der Tat darum geschert, dass in diesem Club vorwiegend Jugendliche aktiv seien – denen durch das anschließend gelegte Feuer jegliche Freizeitmöglichkeit genommen wurde.

Erst durch städtische Hilfe konnte Anfang 2019 übergangsweise immerhin ein provisorisches Vereinsheim errichtet werden. Ein Benefizspiel von Schwarz-Weiß gegen Bundesligist Fortuna (bei dem Heino symbolisch den Anstoß ausführte) erbrachte später eine Spendensumme von 15.000 Euro.

Im Prozess vor dem Landgericht hatte sich das Paar zu Jahresanfang komplett geständig gezeigt. So gab der vielfach vorbestrafte Angeklagte zu, nach dem Ausräumen des Clubheims nochmal allein in das Gebäude zurückgekehrt zu sein und dort Feuer gelegt zu haben. Er habe dadurch die Einbruchsspuren verwischen wollen, zumal die Club-Anlage auch durch Überwachungskameras gesichert war.

Am Folgetag war er dann per Auto am Brandort vorbeigefahren, hatte mit einem Tablet die verkohlte Vereinsruine gefilmt, dabei war seine Stimme zu hören, als er mit der Tat auch noch prahlte. Doch wurde diese Aufnahme kurz danach entdeckt, als seine Ex-Frau nach einer Unfallflucht einen gestohlenen Wagen samt dem Tablet zurückließ. Erfahrene Ermittler erkannten sogar die Stimme ihres polizeibekannten Ex-Mannes auf dem Brandort-Video.

Beide Verteidiger betonten, ihre Mandanten hätten sich schon kurz nach der Tat sofort und umfänglich zu Geständnissen durchgerungen. Das sei ein erheblicher Strafmilderungsgrund. Auch hat sich die Frau, die nicht in U-Haft saß, längst von ihrem Ex-Partner losgesagt und soll mit einem anderen Freund inzwischen ein drogenfreies Leben aufgebaut haben. Da ihr hier lediglich der Einbruchsdiebstahl vorgeworfen wurde, sollte sie laut Plädoyer der Staatsanwältin mit zwölf Monaten Bewährungsstrafe davonkommen. Eine Unterbringung der Frau in einer Drogen-Entzugsklinik sei nicht erforderlich.

Das sahen die Richter aber anders. Sie gewährten der 24-Jährigen keine neue Chance auf Bewährung und beschlossen zudem, dass auch die Angeklagte jetzt in eine Entzugsklinik müsse. Ob es bei diesem Richterspruch bleibt, will die Anwältin der Frau jetzt aber per Revision prüfen lassen.

Demnach könne ein Formfehler des Landgerichts sogar zur Aufhebung des Richterspruchs gegen die Frau führen. So habe die Kammer ihr Urteil nämlich verkündet, obwohl über eine Besetzungsrüge der Verteidigerin noch nicht abschließend entschieden worden sei.

Sicher ist nach dem Richterspruch aktuell jetzt also nur, dass der Jugend-Club von Heino das abgebrannte Vereinshaus komplett wieder aufbauen will.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Vereinsheim von Schwarz-Weiß 06 abgebrannt - Prozess in Düsseldorf