Düsseldorf: Brand in Krankenhaus - ein Toter und viele Verletzte bei Feuer in Marienhospital

Vier Menschen in Lebensgefahr : Ein Toter und viele Verletzte bei Brand in Düsseldorfer Marienhospital

Am späten Montagabend ist in einem Krankenhaus in Düsseldorf ein Feuer ausgebrochen. Rettungskräfte mussten sich um 100 Patienten kümmern, 19 wurden teils schwer verletzt. Für einen kommt die Hilfe zu spät.

Bei einem Brand im Marienhospital in Düsseldorf-Pempelfort ist ein 77-jähriger Patient ums Leben gekommen. Insgesamt wurden 19 Menschen verletzt, sieben davon schwer. Von den sieben Verletzten befinden sich nach Angaben der Feuerwehr vier Menschen in Lebensgefahr. Das teilte ein Sprecher der Feuerwehr unserer Redaktion am Morgen mit. Bei einer Pressekonferenz der Klinik am Dienstagnachmittag erklärte Peter Schmitz, Sprecher des Krankenhaus-Trägers, dem Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD), dass die vier Schwerverletzten „auf dem Weg der Besserung“ seien.

Zur Ursache des Feuers, das am späten Montagabend ausgebrochen war, konnte er zunächst nichts sagen. Die Polizei bildete eine Ermittlungskommission. Es gebe bislang keine Erkenntnisse zur Brandursache, hieß es in einer Mitteilung. Diese seien frühestens für morgen zu erwarten.

Der Brand war gegen 23 Uhr im Zimmer eines Patienten auf der internistischen Station 4 ausgebrochen. Daraufhin löste laut einem Sprecher des VKKD die Brandmeldeanlage aus. Der Flur der Station sei gerade erst brandschutzsaniert worden.

Der Patient aus dem Brandzimmer konnte von den Helfern gerettet werden, der Rauch verteilte sich jedoch über fünf Etagen des Krankenhauses. Zeitweise habe man sich um rund 100 Menschen kümmern müssen, sagte der Sprecher. Für einen 77-jährigen Mann einige Zimmer neben dem Brandherd kam jede Hilfe aber zu spät. Er starb laut Polizei an Rauchgasvergiftung.

Ein Toter und viele Verletzte bei Brand in Düsseldorfer Marien-Hospital

Patienten wurden in andere Städte gebracht

Einige Schwerverletzte wurden den Angaben zufolge auf dem Parkplatz der Klinik behandelt. 19 Menschen wurden in andere Krankenhäuser gebracht. Vier davon erlitten schwere Rauchgasvergiftungen, bei denen Lebensgefahr besteht. Zwei davon kamen mit Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Gelsenkirchen. Zwei weitere – einer davon mit einem Rettungshubschrauber – mussten in eine Aachener Spezialklinik transportiert werden. Drei Patienten erlitten schwere Verletzungen, weitere zwölf Menschen mussten mit leichten bis mittelschweren Verletzungen in Düsseldorfer Krankenhäuser transportiert werden. Ob es sich bei den Opfern ausschließlich um Patienten oder auch um Mitarbeiter des Hospitals handelte, blieb zunächst offen.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr brauchten eine Stunde, um den Brand zu löschen, weil Sauerstoff aus einer in dem Zimmer verlaufenden Leitung die Flammen zusätzlich verstärkte. Laut VKKD-Sprecher Peter Schmitz wurde die Sauerstoffleitung nach Bekanntwerden des Brandes von der Haustechnik abgeschaltet. Wann genau das erfolgte, könne er noch nicht sagen, so Schmitz.

Gegen 3 Uhr rückte die Feuerwehr vom Krankenhaus ab. Insgesamt waren 180 Einsatzkräfte vor Ort. Die Station, auf der das Feuer ausgebrochen war, wurde nach Informationen unserer Redaktionen erst vor drei Wochen komplett renoviert. Sie soll noch am Dienstag dem Krankenhaus übergeben werden. Der Betrieb der Tagesklinik läuft am Dienstag ganz normal weiter, so ein Krankenhaussprecher.

In der Nacht sei aufgrund der unübersichtlichen Lage vor dem Marienhospital noch unklar gewesen, wie viele Menschen tatsächlich durch den Brand verletzt wurden und wer aufgrund einer anderen Erkrankung im Krankenhaus war. Deshalb sei die Feuerwehr zunächst von 72 Verletzten ausgegangen.

Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisiert Brandschutz

Erst Mitte August war bei einem Brand in einem Krankenhaus in Mönchengladbach ein Patient ums Leben gekommen. Ende Juli war in einer Lungenklinik in Köln-Merheim ein Brand ausgebrochen, bei dem ein Patient starb. Im Juli hatte ein Brand n der Tiefgarage des Evangelischen Krankenhauses (EVK) in Düsseldorf eine große Rauchwolke verursacht. 2014 hatte es im EVK ebenfalls gebrannt, damals war aber niemand verletzt worden.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erneuerte daher am Dienstag ihre Kritik: Der Brandschutz in deutschen Kliniken und Pflegeheimen sei nicht ausreichend, notwendig seien mehr Vorsorgemaßnahmen wie Sprinkler-Anlagen. „Jede Woche brennt es in deutschen Krankenhäusern“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. „Allein die Zahl der Toten beläuft sich für das Jahr 2019 nun bereits auf sieben Personen. (...) Aber weder die Bundesländer noch die Einrichtungen ziehen daraus Konsequenzen.“

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(hpaw/siev/mba/csr/lukra/mja/dpa)
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