Düsseldorf: Blind Date mit DEG-Spieler Leon Niederberger

Blind Date mit Leon Niederberger in Düsseldorf : „DEG-Spieler – das war mein Traum“

Der Eishockey-Spieler Leon Niederberger glänzt auch als Sänger und bringt im Januar die nächste Single heraus.

In der Adventszeit wichtelt jeden Tag ein RP-Redakteur einem Kollegen ein Blind Date zu. Gesprächspartner heute ist Leon Niederberger.

Ich muss zugeben, dass ich mit deinem Namen nichts anfangen kann.

Leon Niederberger Nein? Das überrascht mich. Bei dem Nachnamen Niederberger klingelt es bei den meisten Düsseldorfern. Ich bin Stürmer bei der DEG.

Oh. Eishockey ist bei mir eine Bildungslücke. Ich war das letzte Mal in den 90ern bei der DEG, damals noch an der Brehmstraße.

Niederberger Da war noch mein Vater als Spieler aktiv. Ich komme aus einer echten Eishockey-Familie. Auch mein Bruder Mathias spielt bei der DEG.

Konntest du dir je eine andere Laufbahn vorstellen?

Niederberger Nein. Bei uns drehte sich immer alles um Eishockey, als Kinder haben wir aufs Garagentor geschossen. Aber es ist natürlich krass, dass es wirklich geklappt hat. Als Kind habe ich mir die Spiele angeschaut und davon geträumt, auch mal für die DEG zu spielen. Ich glaube, dieses Gefühl, wenn ich das Trikot anziehe, können Spieler von außerhalb gar nicht so nachvollziehen.

Ich bin fasziniert, wie oft die DEG spielt.

Niederberger Das finde ich super. Man macht das doch für die Spiele und nicht fürs Training.

Im Fußball gibt es viel weniger Ligaspiele als im Eishockey, und trotzdem heißt es immer, dass die Spieler überlastet sind.

Niederberger Ich habe den Eindruck, dass die Fußballspieler in dieser Hinsicht zu sensibel sind.

Fliegt ihr eigentlich zu den Auswärtsspielen, zum Beispiel am Sonntag im bayerischen Straubing?

Niederberger Leider nicht. Wir fahren Bus. Das sind ganz schöne Strecken.

Bist du nervös vor Spielen?

Niederberger Gar nicht. Ich bin natürlich fokussiert, das ist wie ein Tunnel. Aber ich spüre eher Vorfreude.

Hast du feste Rituale?

Niederberger Ja, zum Beispiel ziehe ich den linken Schlittschuh immer zuerst an.

Kann man von Eishockey leben?

Niederberger Ja, aber man hat am Ende der Karriere nicht fürs restliche Leben ausgesorgt. Ich werde auf jeden Fall noch studieren. Ich habe mich Anfang des Jahres schwer an der Schulter verletzt. Da macht man sich schon Gedanken, dass eine Sportkarriere schnell vorbei sein kann.

Hast du einen Plan B?

Niederberger Ich singe.

Was denn?

Niederberger Ich würde sagen: ehrliche englischsprachige Popmusik.

Und wie läuft es?

Niederberger Nicht schlecht. Ich habe einen Vertrag bei Universal, im Januar soll die nächste Single erscheinen.

Wow.

Niederberger Das ging quasi über Nacht. Ich habe mit dem Produzenten Björn Olson, einem Schulfreund, im Sommer 2018 eine Single aufgenommen. Dann meldete sich Universal.

Hast du denn dafür Zeit neben dem Eishockey?

Niederberger Auf dem Eishockey liegt ganz klar mein Fokus. Aber Musik ist eine perfekte Abwechslung, weil man dafür keine Energie braucht und ich gut nachmittags nach dem Training ins Studio gehen oder auf dem Sofa Gitarre spielen kann.

Das muss ich mir anhören. Ich sehe, ich habe noch eine Bildungslücke.

Niederberger Höre es dir an. Und komm auf jeden Fall mal zur DEG!