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Düsseldorf BGH hebt Urteil gegen Ex-Uniklinik-Chef auf

Fall muss neu verhandelt werden : BGH hebt Urteil gegen Ex-Uniklinik-Chef auf

Wolfgang Raab war 2017 vom Landgericht wegen Untreue zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Der Bundesgerichtshof hat erhebliche Zweifel daran geäußert, dass sich Wolfgang Raab in seiner Zeit als Ärztlicher Direktor an der Uniklinik schuldig gemacht haben soll. 2017 hatte das Düsseldorfer Landgericht (LG) den Professor wegen Untreue in einem besonders schweren Fall zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Professor vorgeworfen, seine zahnärztliche Privatambulanz auf dem Klinikgelände jahrelang fast ausschließlich durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter, der aus Uni-Mitteln bezahlt wurde, betreuen lassen zu haben. Der Universität war nach Ansicht der Staatsanwaltschaft so ein Schaden in Höhe von rund 350.000 Euro entstanden. Als Bewährungsauflage sollte Raab 10.000 Euro an den Verein der Freunde und Förderer der Uni zahlen.

Gegen das Urteil des Landgerichts legte Wolfgang Raab, den die Untreue-Vorwürfe das Amt als Ärztlicher Direktor kosteten, Berufung ein. Mit Erfolg. Denn der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat das Urteil nun durch einstimmigen Beschluss aufgehoben und die Sache zur neuen Verhandlung an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückgewiesen. Zur Begründung hat der BGH darauf hingewiesen, dass die Feststellungen des Landgerichts „bereits nicht die Annahme“ tragen würden, dass Raab gegenüber der Universität „vermögensbetreuungspflichtig“ gewesen sei. Der BGH hat ferner mit Blick auf die vom LG angenommene Pflichtverletzung Raabs wegen des Einsatzes von wissenschaftlichen Mitarbeitern klargestellt, dass dafür „pauschalisierte Nutzungsentgelte“ vorgesehen gewesen sein, was wiederum „auf die grundsätzliche Zulässigkeit des Einsatzes“ hindeute. Diese Entgelte habe Raab, so seine Anwälte, immer, auch nach den Feststellungen des Landgerichts, im festgesetzten Umfang entrichtet.

Die Wende im Fall bezeichnete Wolfgang Raab im Gespräch mit unserer Redaktion als „sehr beruhigend“. Die vergangenen sieben Jahre seien „an die Substanz“ gegangen. Die „ganze Sache“ sei eine „Verleumdungskampagne“ gewesen, so der Professor. Es gelte die „weiteren Entwicklungen in dem Fall“ zwar abzuwarten, doch das Urteil des Bundesgerichtshofs sieht der ehemalige Chef der Düsseldorfer Uniklinik grundsätzlich als großen Erfolg an.