Düsseldorf-Benrath: Gelände von ehemaligem Stahlwerk für 100 Millionen Euro verkauft

Düsseldorf-Benrath : Nirosta-Gelände für 100 Millionen verkauft

Käufer ist die CG Gruppe. An den Plänen gibt es Kritik wegen der großen Zahl der Wohnungen, 900 sind bisher vorgesehen.

Das ehemalige Nirosta-Werk, zuletzt im Besitz des finnischen Unternehmens Outokumpu, wird in die „Benrather Gärten“ verwandelt. So lautet der Projektname für die Zukunft des rund 150.000 Quadratmeter großen Geländes an der Hildener Straße. Käufer sind Tochtergesellschaften des Projektentwicklers CG Gruppe AG. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Seit Monaten geistern jedoch Zahlen durch die Düsseldorfer Immobilienbranche. Die Rede ist von einer Summe knapp unter 100 Millionen Euro.

Im letzten Herbst wurde am Rande der Verhandlungen bekannt, dass es, wie beim Gelände der Gerresheimer Glashütte, zu einer Preisexplosion kommen könnte. Dort startete das Bieterverfahren bei 80 Million Euro, verkauft wurde für rund 140 Millionen Euro. Das verteuert potentiell den Wohnungsbau.Die Stadtspitze schritt deshalb ein und schrieb einen Brief an die beteiligten Entwickler, um der Spekulation entgegen zu wirken.

Hinter dem Käufer, der CG Gruppe, steht der Berliner Unternehmer Christoph Gröner, der vor einem Jahr in der ARD-Reportage „Ungleichland – Wie aus Reichtum Macht wird“ für Aufsehen sorgte. In einer Szene war damals auch zu sehen, wie Oberbürgermeister Thomas Geisel den Immobilieninvestor im Rathaus empfängt. Nahe des Mörsenbroicher Eis entsteht durch die CG Gruppe der Upper Nord Tower mit dem Upper Nord Quartier.

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Für die Planung des Geländes an der Hildener Straße in der Paulsmühle hatte das Planungsamt vor einem Jahr einen Entwurf des Büros Schellenberg + Bäumler mit FSWLA Landschaftsarchitektur vorgestellt, der als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen war. „Ich bin erfreut, dass ein Entwurf gewonnen hat, der Benrath versteht und in sich schlüssig ist“, erklärte Planungsdezernentin Cornelia Zuschke. Das städtebauliche Konzept ist klar geometrisch gegliedert, bietet Raum für Wohnen und Gewerbe.

Zentrale Idee des Entwurfs ist eine Grün- und Wasserachse im Zentrum des Areals, in Analogie zur Wasserachse von Schloss Benrath. Daran anknüpfend soll im Norden ein großer Entrée-Platz entstehen, der die Wendeschleife der Straßenbahnen einbindet. Entlang des Wasserlaufs sind Dutzende Wohnblöcke vorgesehen, die im Erdgeschoss gewerblich genutzt werden sollen. Auf Kritik bei Bezirksvertretern war die große Zahl der Wohnungen gestoßen, fast 900 sollen entstehen. „Das muss deutlich reduziert werden“, erklärte Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf (CDU). Outokumpu und der Vermarkter JLL seien vor dem Verkauf von der Stadt in einem Schreiben über die kritische Haltung hinsichtlich der Zahl der Wohneinheiten informiert worden, teilt das Planungsamt mit. Darüber hinaus weist die Bezirksvertretung auf die steigende Verkehrsbelastung durch das Projekt hin und möchte sich von der Stadt das Verkehrskonzept präsentieren lassen.

Zusätzlich zu dem Wohngebiet soll südlich des Depots der Rheinbahn eine große Gewerbefläche entstehen. Sie fungiert auch als Lärmschutz vor der viel befahrenen Frankfurter Straße. Als Relikt des ehemaligen Kaltwalzwerks soll ein Schlingenturm an die Geschichte des Areals erinnern.

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