Benefiz-Gala in der Tonhalle Ein beseelender Abend für das Palliativzentrum der Uniklinik

Düsseldorf · Zu seiner vierten Benefizgala in der Tonhalle hatte der Oberkasseler Arzt Doc Heilein viele Musik-Profis eingeladen und ein buntes Programm auf die Bühne gestellt.

 Doc Matthias Heilein (M.) und seine Unterstützer, darunter Oberbürgermeister Stephan Keller (3.v.l.), Schirmherr des Konzerts.

Doc Matthias Heilein (M.) und seine Unterstützer, darunter Oberbürgermeister Stephan Keller (3.v.l.), Schirmherr des Konzerts.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Das hört man nicht oft in der Tonhalle: Diese bunte, wilde Mischung aus Oper, Gospel, Pop und Musical, die Matthias Heilein, Arzt und Sänger aus Leidenschaft, nun bereits zum vierten Mal bei einer Benefiz-Gala ehrenamtlich inszenierte – diesmal zugunsten des Düsseldorfer Palliativzentrums.

Frei nach dem Song von Udo Jürgens „Was wichtig ist“ bringt der singende Arzt aus Oberkassel alles, was ihm wichtig ist, auf die Bühne: Oper, Gospel, Pop, Musical – Hauptsache „berührend, umarmend, beseelend“ muss es sein. Rund 1500 Besucher ließen sich von der Lebenslust des 55-Jährigen anstecken und feierten mit „Doc Heilein & Friends“ das Leben. Fein gemacht in Smoking oder langem Kleid, gehüllt in Samt und Seide und geschmückt mit Pailletten und Federn erfreute sich das Publikum an den Arien, die Operndiva Alexandra von der Weth erklingen ließ, und an Nils Wanderer, dem großartigen, international gefeierten Countertenor, und dem Song „St. Petersburg“.

Eine Handy-Lightshow gab es für den Auftritt der eigens für die Gala gegründeten Düsseldorfer Boyband, die mit Inbrunst „Back for Good“ von Take That schmetterte. David E. Mooresang das „Phantom der Oper“ und „Starlight Express“ im Duett mit der so zauberhaften wie stimmgewaltigen Sopranistin Sarah Bouwers. Sie führte auch zusammen mit Jan Primke durch das Programm.

Großen Beifall gab es für das „Supertalent“ Ricardo Marinello und seine Interpretation von „Morgen wird die Sonne wieder scheinen“ (Richard Strauss), für Katja Zimmermann mit „Fürchte dich nicht“ und für Eva Schäfer, die den Whitney-Houston-Song „One Time in Moment“ interpretierte. Bei Leonhard Cohens „Halleluja“ sang das Publikum lautstark mit.

Das dreieinhalbstündige Konzert wurde gestaltet von rund 50 Musikern verschiedenster Bühnen, Solisten der Düsseldorfer Symphoniker, der Duisburger Philharmoniker, der Deutschen Oper am Rhein, der Wuppertaler Symphoniker und der Essener Philharmonie-Freunden, darunter viele in der Musikbranche bekannte Namen: Die Mezzo-Sopranistin der Deutschen Oper am Rhein, Valerie Eickhoff, Pamela Falcon (The Voice), Levin Blümel von „The Big Performance” und Timo Böcking am Flügel und als Arrangeur. Die musikalische Leitung hatte Armanda ten Brink aus den Niederlanden, die mit Lust, Leidenschaft und wie immer in farbenprächtigen Gehröcken am Pult stand.

Wer sich zu Beginn des Abends noch fragte, wie ein solches Konzert zum Thema Palliativmedizin passt, wurde von Heilein eines Besseren belehrt: „Singen und sich sorgen sind keine Gegensätze. Wir müssen das Sterben ins Leben integrieren und das aus der Tabu-Ecke holen“. Für den Chefarzt des Palliativzentrums, Martin Neukirchen, ist „Palliativmedizin Lebensmedizin“.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort