Studie: Düsseldorf bei Lebensqualität Spitze

Studie : Düsseldorf bei Lebensqualität Spitze

Erneut belegte die NRW-Landeshauptstadt den 1. Platz bei einer Studie zum Thema Lebensqualität. Über 2000 Bewohner deutscher Großstädte wurden befragt, die besten Noten bekam Düsseldorf. Dagegen landete die Stadt ganz hinten, als es um den Umgang mit Denkmälern ging, sagt eine Allensbach-Umfrage.

Vor einigen Monaten hatte die Kölner Agentur ServiceValue schon einmal die Qualität deutscher Großstädte abgeklopft, wenn es um deren Verwaltungen geht. Am Ende stand Düsseldorf auf Platz 1 — in keiner anderen Großstadt sprachen die Bürger so positiv über die Behörden wie am Rhein. Im Rathaus hörte man die Botschaft mit großer Genugtuung — dass es gerade in letzter Zeit häufiger Beschwerden über zu lange Wartezeiten in Service-Büros gab, wurde dabei großzügig ignoriert.

Nun hat dieselbe Agentur im Auftrag von Focus Money 15 deutsche Großstädte unter die Lupe genommen und über 2000 Menschen befragt. Lebensqualität war der Oberbegriff, der sich in eine ganze Reihe von verschiedenen Kategorien aufteilt. Das Gesamtergebnis: Düsseldorf liegt in fünf Einzelkategorien auf dem 1. Platz, auf den anderen meist im oberen Drittel, der schlechteste Platz ist der sechste - und da geht es ums Wetter in der Stadt am Rhein. Das finden offenbar viele hier wenig ansprechend.

Im OB-Büro des Rathauses wird man diesen Ausreißer nach unten verschmerzen können, ist das Gesamtergebnis doch eindeutig positiv.

Vor allem die Themen "Arbeit und Ausbildung", Leben und Wohnen, Schulen und Bildung sowie Flair und Atmosphäre werden von den Befragten hier positiver bewertet als in allen anderen Städten, zu denen Hamburg, Bremen, Köln, Berlin, Frankfurt und München gehören. Kurioserweise wird Düsseldorf ausgerechnet bei der Frage nach der Einkaufsqualität von Berlin geschlagen: Die Berliner schätzen ihre Stadt höher ein, als die Düsseldorfer das tun. Auch bei der Geborgenheit und der Treue preisen die Düsseldorfer ihre Heimatstadt: 83 bzw. 77 Prozent der Befragten stehen hinter dem Satz "Ich fühle mich in der Stadt gut aufgehoben" oder auch "Ich möchte gern auch in zwei Jahren in Düsseldorf leben".

Schlecht beim Denkmalschutz?

Am schlechtesten von zehn getesteten Städten schnitt Düsseldorf dagegen in einer Umfrage ab, in der das Meinungsforschungsinstitut Allensbach im Auftrag des Kölner Immobilienentwicklers Pantera der Frage nachging, wie es die Kommune mit dem Denkmalschutz hält. Während Dresden auf Platz 1 lag, reichte es für Düsseldorf nur für den letzten von zehn Plätzen. Nur fünf Prozent der Bundesbürger sehen in Düsseldorf eine positive Situation bei Denkmal-Bauten. Auftraggeber Pantera ist auf die Sanierung und Vermarktung denkmalgeschützter Objekte spezialisiert.

In Stellungnahmen zu der Umfrage erklärten Düsseldorfer Denkmalschützer, die Stadt gebe im Jahr lediglich 30 000 Euro für den Denkmalschutz aus, und ein Sprecher des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege meinte gar, in Düsseldorf werde schnell abgerissen. Im Zweifellsfall setzten sich die durch, die abreißen wollten. Damit spielt er auf den Abriss des Tausendfüßlers an. Die Stadt hatte seinerzeit keine Einigung mit den übergeordneten Denkmalschützern erzielen können — während eine Mehrheit im Düsseldorfer Rat für den Abriss war, wollten die Denkmalschützer auf Regionalebene das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk erhalten.

Wegen der Uneinigkeit musste der Landesbauminister entscheiden, und der gab der Stadt Düsseldorf recht und erlaubte schließlich den Abriss, der nun im Februar in Angriff genommen werden soll.

(RP/top/jco)
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