Düsseldorf: Bald Rheinschiffe für den Nahverkehr? Bis zu 10.000 Passagiere täglich

Bis zu 10.000 Passagiere täglich: Bald Rheinschiffe für den Nahverkehr in Düsseldorf?

CDU-Politiker Rolf Tups fordert, die Schifffahrt in den Nahverkehr zu integrieren. Rheinschiffe im Nahverkehr könnten in Düsseldorf bis zu 10.000 Passagiere pro Tag befördern, so der Plan.

Mit der Fähre zur Arbeit statt mit der Bahn – CDU-Politiker Rolf Tups möchte, dass die Debatte um ÖPNV-Schiffe neu entfacht wird. „Wir saufen ab im Individualverkehr“, so der Politiker. 300.000 Pendler strömen täglich nach Düsseldorf, rechnet er. Viele würden nicht Busse und Bahnen nutzen, sondern das Auto.

„Der Düsseldorfer Verkehr ist ein Allzeitproblem, das uns genauso beschäftigt wie bezahlbarer Wohnraum“, sagt Tups. Auch Umweltspuren würden das Pkw-Aufkommen nicht reduzieren: „Die Fahrer weichen einfach auf die umliegenden Straßen aus. Damit erreiche ich nichts.“ Stattdessen soll die Schifffahrt die Lage entspannen.

Die Idee ist nicht neu: Die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt betrieb lange eine Linie, die dreimal täglich auf dem Rhein zwischen Köln und Mainz verkehrte. Auch die Rheinbahn besaß einst drei Boote für „Ausflugsverkehr“.

Ein kleines „Wassertaxi“ will Rolf Tups jedoch nicht: „Wir sprechen von Schiffen, die 50 bis 150 Personen transportieren können.“ Schließlich solle der Nahverkehr erheblich entlastet werden. „Außerdem müssen wir anfangen, interkommunal zu denken, eine Linie die Köln, Düsseldorf und Duisburg verbindet.“

Die Idee der ÖPNV-Schifffahrt sei bisher nie ernsthaft weiterverfolgt worden oder in „ewigen Prüfungsprozessen hängen geblieben“ Das soll nun anders sein. „Darum bin ich direkt an die Öffentlichkeit getreten. Wir müssen zunächst die Bürger befragen, ob sie das überhaupt annehmen würden.“

Die Köln-Düsseldorfer, als ehemaliger Betreiber des „Rheinpfeils“, der zwischen Köln und Mainz verkehrte, hält die Umsetzung für problematisch. Der Rhein sei bereits jetzt zu stark befahren, zu viele Haltestellen hätten die Geschwindigkeit des Bootes drastisch reduziert. Außerdem habe es damals immer wieder technische Probleme gegeben.

„Natürlich muss das erst einmal von Experten geprüft werden“, sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher zu Tups Idee, „aber grundsätzlich verwerfen würde ich die Idee nicht.“ In anderen Städten, wie Boston und New York, werden Fähren eingesetzt, das funktioniere, erläutert der CDU-Politiker. „Und wenn 10.000 Menschen täglich das Schiff nutzen, dann sind das 10.000 Autos weniger. Wir verlernen, Visionen zu haben.“

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