Düsseldorf: Azubis gehen mit Erasmus+ ins europäische Ausland zum Praktikum

HWK Düsseldorf : Als Auszubildende ins Ausland

Cathérine Monreal hat in ihrer Ausbildung zur Bäckerin ein dreiwöchiges Praktikum in Spanien absolviert.

Eine Teigtasche gefüllt mit Oktopus und Muscheln oder eine Pastete mit Tintenfisch, einschließlich der schwarzen Tinte: Eine Auszubildende zur Bäckerin bringt eine Menge Erfahrung und vor allem ungewöhnliche neue Rezepte von ihrem Praktikum in einer Bäckerei in Spanien mit zurück nach Düsseldorf. „Das mit dem Praktikum wurde mir von meinem Betrieb angeboten“, erzählt Cathérine Monreal. „Schon im vergangenen Jahr war eine andere Bäcker-Auszubildende nach Spanien gegangen und machte zufälligerweise in der gleichen Bäckerei ein Praktikum. Und auch ihr hat es dort sehr gut gefallen.“

Organisiert werden solche Auslandspraktika für Auszubildende von der Handwerkskammer Düsseldorf (HWK). Es kommen im Gegenzug aber auch Auszubildende aus dem Ausland für ein mehrwöchiges Praktikum in Betriebe in der Landeshauptstadt. „Die Zahl der Austausch-Azubis liegt pro Jahr zwischen 120 und 140“, erklärt Rebecca Hof, Mobilitätsberaterin der HWK. Diese Zahl umfasst sowohl jene, die von hier ins Ausland gehen, als auch jene, die hierher kommen. „Für uns ist dieser Austausch wichtig, denn wir wollen uns als Handwerk attraktiv präsentieren und zeigen, dass man nicht nur als Studierender die Möglichkeit hat, ins Ausland zu gehen, sondern eben auch als Azubi.“ Die Walz, also die Wanderschaft von Auszubildenden oder Gesellen zu Weiterbildungszwecken, kommt zudem aus dem Handwerk und hat ihre Wurzeln im Mittelalter.

Ende April dieses Jahres machte sich Cathérine Monreal also auf den Weg von der Landeshauptstadt in das nordwest-spanische Vigo, knapp 100 Kilometer südlich von Santiago de Compostela. „Das liegt direkt am Atlantik und dort gibt es sehr viel Fisch, auch weil es der größte Fischereihafen Europas ist“, erklärt Cathérine Monreal. Aus diesem Grund werden dort auch in den Bäckereien häufig Fisch und Meeresfrüchte verarbeitet – in Deutschland eher selten als Zutaten in Backwaren zu finden.

In der Bäckerei Su Pan (Ihr Brot) lernte Monreal Empanadas (also eine Art Teigtaschen) mit Oktopus und Muscheln zu machen, „aber auch mit Tintenfisch“, erklärt Monreal, „und das sogar mit Tinte, so dass die ganze Füllung der Empanada schwarz war“. Auch das Brot und die Brötchen werden in Spanien anders hergestellt als in Deutschland – wie mancher Tourist beim Einkauf schon festgestellt haben wird. „In Spanien wird sehr viel mit Weizen gemacht, das ist ein viel weicherer Teig“, sagt Monreal. Während ihres Praktikums in Vigo hat sie auch gelernt, Barras, eine Art Baguette, zu backen. Mit der Verständigung mit Kollegen und Ausbildern gab es dabei keine Probleme. „Wir haben mit Händen und Füßen kommuniziert und wenn das nicht mehr ging, haben wir auf den Übersetzer von Google zurückgegriffen.“

In der Bäckerei Su Pan im spanischen Vigo lernte die Auszubildende Barras, eine Art Baguette, zu backen. Foto: Privat

Nach ihrer Gesellenprüfung im kommenden Jahr möchte Cathérine Monreal direkt mit ihrem Meister beginnen. Aber sie möchte auch gerne noch mehr Auslandserfahrung sammeln. „Denn später will ich auf jeden Fall meine eigene Bäckerei eröffnen, und da möchte ich meinen Kunden auch Backwaren anbieten, für die ich mich in ganz Europa inspirieren lassen habe.“