Hilfe für eine ausgebombte Familie in der Ukraine Aus dem Theater im Volksgarten wird ein Wohnhaus in der Ukraine

Düsseldorf · Seit August steht das „Theater of Hopes and Expectations“ im Düsseldorfer Volksgarten. Jetzt soll es das Zuhause einer ausgebombten Familie in der Ukraine werden. Dafür werden Spenden benötigt.

 Das „Theater of Hopes and Expectations“ im Volksgarten: Künftig steht es als Wohnhaus in der Ukraine.

Das „Theater of Hopes and Expectations“ im Volksgarten: Künftig steht es als Wohnhaus in der Ukraine.

Foto: Kunstkommission Düsseldorf/Prykarpattian Theater

Das temporäre Kulturzentrum „Theater of Hopes and Expectations“, das im Sommer als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine im Volksgarten errichtet wurde, wird zum Wohnhaus. Allerdings nicht in Düsseldorf, sondern im ukrainischen Dorf Kukhari nordwestlich der Hauptstadt Kiew. Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, wird das rund 56 Quadratmeter große Holzhaus zum Wohnhaus für eine Familie, deren Zuhause durch einen russischen Angriff zerstört wurde. Das Konstruktionsholz sowie die Platten, die für die Verkleidung des Interieurs und für das Dach genutzt wurden, sollen in Zusammenarbeit mit dem Kollektiv „Livyj Bereh“ in die Ukraine transportiert werden. Seit Beginn des Krieges unterstützt die Nichtregierungsorganisation Menschen in entlegenen und vom Krieg stark betroffenen Regionen – unter anderem mit Medikamenten, Lebensmitteln und Zelten. Auch der Wiederaufbau von Häusern, Dächern und Mauern gehört zu ihren Aufgaben.

Insgesamt sollen Material, Innenausstattung und Arbeitskräfte rund 20.000 Euro kosten. Damit sollen in der Ukraine unter anderem eine wettertaugliche Fassade, Wärmeisolierung, Türen, Fenster und die Elektrik finanziert und eingebaut werden. Das massive Grundgerüst, das seit August im Volksgarten stand, soll direkt im Anschluss an die Lieferung aufgebaut und ausgestattet werden.

Das „Theater of Hopes and Expectations“ war ein Projekt der Kunstkommission Düsseldorf und dem ukrainischen Künstlerkollektiv Prykarpattian Theater. Von August bis Oktober konnten im dem Holzgebäude verschiedene ukrainische Kunstschaffende ihre Werke ausstellen, dazu gab es Live-Musik, Lesungen und Performances. Kuratiert wurde die Aktion von Ania Kolyszko und Nikita Sereda. Sie war auch ein Zeichen der Solidarität, wie Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) zum Start betont hatte: „So wie der Pavillon hier errichtet wird, bauen viele Ukrainer mit großem Mut derzeit ihre durch Bomben zerstörten Häuser wieder auf.“

Ohnehin ist die Solidarität vieler Düsseldorferinnen und Düsseldorfer mit der Ukraine seit Beginn des Krieges im Februar groß. So besteht seit dem Frühjahr eine Städtepartnerschaft mit Czernowitz im Westen des Landes, die Oberbürgermeister Keller mit einer Delegation auch bereits besucht hat. Immer wieder gibt es zudem Spendenaktionen, so sammelten erst vor Kurzem Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Caritas mehr als 17.000 Dosen Lebensmittel für die Menschen in Czernowitz. Auch andere Hilfsgüter wie Stromgeneratoren und eine Feldküche wurden auf den Weg gebracht.

Info Für das Projekt sammelt „Livyj Bereh“ bis zum 12. Dezember Spenden: www.paypal.com/pools/c/8OVPPClmjc.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort