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Düsseldorf: Angeklagter legt Geständnis in Mordprozess ab

Düsseldorferin stirbt auf Autobahn-Rastplatz : Angeklagter legt Geständnis in Mordprozess ab

Er rast mit hoher Geschwindigkeit auf einen Autobahn-Rastplatz und kracht in den Wagen einer Familie aus Düsseldorf. Eine 39-Jährige stirbt, ihr Sohn wird schwer verletzt. Der 18-jährige Fahrer gesteht die Tat zum Prozessauftakt. Ihm wird Mord vorgeworfen.

Im Mordprozess um den Tod einer 39-jährigen Düsseldorferin auf einem Autobahnparkplatz bei Heppenheim hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Er sei verantwortlich für den Tod der Frau und die Verletzungen ihres Sohnes, ließ er am Donnerstag vor dem Darmstädter Landgericht seinen Verteidiger ausrichten. Ihm selbst, so der 18-Jährige, der im schwarzen Anzug aus der U-Haft vorgeführt wurde, falle es schwer, „vor so vielen Menschen zu sprechen“.

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat ihn des Mordes mit gemeingefährlichen Mitteln angeklagt und wirft ihm zudem vor, den Tod der Frau in Kauf genommen zu habe, um eine andere Straftat zu verdecken. Auch das räumt der junge Mann in der Erklärung indirekt ein, die sein Anwalt verlas. Er sei wegen eines Streits mit den Eltern und nach dem Abbruch einer Ausbildung „emotional stark belastet gewesen“. Und erst wenige Tage zuvor war er nicht zum ersten Mal ohne Führerschein am Steuer eines Autos erwischt worden.

Er habe nicht eine weitere Anzeige riskieren wollen, als ihn eine Zivilstreife Polizei am frühen Abend des 30. Dezember auf der A5 stoppen wollte. Den Beamten war das abgelaufene Kurzzeitkennzeichen an dem Ford Fokus aufgefallen. Als dessen Fahrer Vollgas gab, statt anzuhalten, hatten ihn mehrere Streifenwagen verfolgt. Zeitweise war er bis zu 180 Kilometer pro Stunde schnell. „Ich dachte, ich könnte die Polizei abhängen, wollte zu Fuß flüchten“, heißt es im Geständnis. Mit 110 km/h war der 18-Jährige schließlich von der linken Spur  quer über die Fahrbahn nach rechts auf den Parkplatz Fuchsbuckel eingeschert. „Ich habe die Situation völlig falsch eingeschätzt“.

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Auf dem Parkplatz war er ungebremst  Kostenpflichtiger Inhalt auf das stehende Auto der Düsseldorfer Familie geprallt, auf dessen Rücksitz Mutter und Sohn gesessen hatten. Der Vater, der in diesem Moment auf der Toilette war, tritt im Prozess als Nebenkläger auf. „Wir waren auf dem Weg zu Bekannten, wollten mit ihnen Silvester feiern“, schilderte er den Unglückstag. Sein Sohn leide noch heute unter den Unfallfolgen, war in einer Therapie. „Er ist noch immer im Schock  und vermisst seine Mutter“, sagte der Vater. An ihn wandte sich der 18-Jährige dann doch noch persönlich. „Es tut mir unendlich leid, was mit Ihrer Frau passiert ist.“

In den kommenden fünf Prozesstagen sollen Zeugen gehört werden, darunter auch ein Psychologe, der den 18-Jährigen begutachtet hat. Dabei geht es um die Frage, ob er nach Jugendstrafrecht verurteilt wird. Ein Urteil ist für den 21.August geplant.

(sg/dtm/dpa)