Düsseldorf: Angeklagte wusste von Minderjährigkeit des Opfers

Menschenhandel-Prozess in Düsseldorf : Angeklagte wusste, dass ihr Opfer minderjährig ist

In dem Fall, in dem eine Prostituierte gemeinsam mit ihrem Partner ihre 17-jährige Freundin zur Prostitution gezwungen haben soll, sagte nun die Mutter des Mädchens aus. Ihr zufolge hat die Angeklagte gewusst, dass ihre Tochter minderjährig war.

Fröhlich, beliebt und schüchtern: So beschrieb die Mutter der gerade einmal 17-jährigen Kamp-Lintforterin ihre Tochter. Zumindest sei das so gewesen, bevor sie ihren damaligen Freund kennenlernte. „Irgendwann trug sie einen kurzen schwarzen Rock, hohe Schuhe und einen schwarzen Mantel. Sie sah nuttig aus.“ Ab dem Zeitpunkt habe sie ihrer Tochter den Kontakt verboten und sie trennte sich von dem Mann. Nach der Trennung sei sie depressiv geworden und habe Drogen genommen. „Sie wurde in der Schule gemobbt, weil er fiese Geschichten über sie verbreitet hat.“ Zeitweise wanderte sie mit der Tochter sogar nach Chile aus, um die Situation für sie zu erleichtern. Nach einem Jahr kamen sie zurück nach Deutschland, die Tochter machte ihren Schulabschluss und ging zur Berufsschule.

„Dann hat meine Tochter ein Mädchen kennengelernt, wie weiß ich nicht.“ Die Treffen zwischen den jungen Frauen häuften sich . „An einem Abend wollte sie wieder zu dem Mädchen fahren und da habe ich ihr gesagt, das geht nicht.“ Die 54-Jährige telefonierte schließlich selbst mit der Angeklagten. „Sie sagte, ich solle nicht so streng sein und dass sie immer Spaß mit meiner Tochter hätte.“ Weil sie aber eben eine strenge Mutter sei, habe sie entgegnet, dass ihre Tochter auch eben erst 17 Jahre sei. Die Angeklagte bestritt bereits am ersten Verhandlungstag, dass ihr das Alter der Geschädigten bekannt gewesen sei. Sie schloss aufgrund von Erzählungen der damals 17-Jährigen darauf, dass sie bereits in einem Vorfeld der Prostitution nachging und deshalb das 18. Lebensjahr überschritten haben müsse. Die Verhandlung wird morgen fortgesetzt.

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