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Düsseldorf - Altbierpreise bleiben seit März 2018 stabil

Düsseldorf : Altbierpreise bleiben vorerst stabil

Die großen deutschlandweit vertretenen Bierhersteller haben an der Preisschraube gedreht. Rund einen Euro mehr kosten die meisten Kisten seit März. Die Düsseldorfer Hausbrauereien wollen diesen Schritt nicht mitgehen.

Die deutschen Brauereien feierten gestern den Tag des Bieres. Der ist nicht wie bei vielen Marketing-Gags frei gewählt, sondern fällt, egal welcher Wochentag ist, jährlich auf den 23. April. Der Grund: Genau an dem Tag im Jahr 1516 wurde das deutsche Reinheitsgebot proklamiert, und seitdem gilt per Gesetz: In deutsches Bier gehört nur Wasser, Hopfen und Gerste (die Hefe wurde erst später erwähnt, als man in der Lage war, Hefe herzustellen).

Deutschlandweit gab es für Biertrinker im zurückliegenden Monat März überwiegend schlechte Nachrichten. Nach Beobachtung des Fachmagazins "Lebensmittel Zeitung" sind die Preise für die Kiste Premium-Pils derzeit bei vielen großen Handelsunternehmen gestiegen. Marken wie Krombacher, Bitburger, König Pilsener, Radeberger oder auch Veltins würden laut dem Magazin jetzt nahezu durchgängig in großen Getränkemärkten für 14,79 Euro statt 13,79 Euro oder 13,49 Euro verkauft, hieß es. Für den Verbraucher bleibt abzuwarten, ob sich die um rund ein Euro die Kiste erhöhten Preise auf Dauer durchsetzen lassen. Noch immer ist die günstige Kiste Bier ein beliebtes Lockmittel, um Kunden in die Läden zu bringen. Sicherlich auch einer der Gründe, warum Marktführer Warsteiner nicht mitzog.

Die Düsseldorfer Brauer geben aber Entwarnung. "Wir planen keine Preiserhöhung", sagt Hans-Peter Schwemin, Inhaber der Brauerei Kürzer. Dort kostet aber ein 0,2er Alt bereits 1,90 Euro. Umgerechnet auf einen Liter ist das mit 9,50 Euro die teuerste Hausbrauerei der Stadt.

Bei den drei Hausbrauereien Schumacher, Schlüssel und Füchschen kostet das Glas Altbier im Ausschank 2,10 Euro, allerdings ist mit 0,25 Litern auch etwas mehr drin, auf den Liter gerechnet kostet das dann 8,40 Euro. "Im Moment planen wir keine Preiserhöhung", sagt Schlüssel-Inhaber Karl-Heinz Gatz-weiler. Auch bei der Hausbrauerei Füchschen von der Ratinger Straße will man vorerst nicht an der Preisschraube drehen. In den nächsten Monaten sieht auch Uerige-Baas Michael Schnitzler keine Notwendigkeit für höhere Preise. Er ist mit 2,05 Euro für das 0,25er Glas der preiswerteste Altstadtbrauer.

Während die großen Bierkonzerne seit Jahren unter dem deutschlandweiten Rückgang des Bierkonsums leiden, laufen die Geschäfte bei den Düsseldorfer Hausbrauereien gut. Schlüssel-Chef Gatzweiler: "Wir arbeiten an der Kapazitätsgrenze unserer Anlage." Das entspricht einem jährlichen Bierausstoß von rund 23.000 Hektoliter.

Argumente für eine Preiserhöhung gibt es kaum. Die Hopfenernte war überdurchschnittlich.

(tb)