Düsseldorf: 900 Euro Strafe für Uniklinik-Mitarbeiter für Fahrt mit zwei Promille

Nach schwerem Unfall in Düsseldorf : 900 Euro Strafe für Uniklinik-Mitarbeiter für Fahrt mit zwei Promille

Eigentlich war es ja nur gut gemeint. Ein Mitarbeiter der Uniklinik Düsseldorf organisierte im Juni spontan einen Krankentransport auf dem Klinikgelände zur Notaufnahme. Die Fahrt endete in einem Fenster, der Schaden war fünfstellig und der Fahrer betrunken.

Mit einem hauseigenen Elektro-Karren wollte ein Mitarbeiter eine Bekannte und deren kranken Freund fix zur Notaufnahme bringen.

Doch unterwegs verunglückte der Hilfstransport auf dem Unigelände, der Klinikarbeiter setzte das Gefährt samt Passagieren in eine Fensterfront. Bilanz: Die Frau erlitt eine blutende Kopfwunde, der nagelneue E-Karren war hin und der Gesamtschaden betrug laut Anklage „zirka 21.490,21 Euro“.

Erst später kam heraus: Der Hausarbeiter am Steuer war zudem betrunken. Doch dafür 5100 Euro Strafe zu zahlen, sah er nicht ein, protestierte deshalb gestern beim Amtsgericht. Und erzielte einen Teil-Erfolg.

„Ich hab’ auf die Bremse getreten, aber das Ding ist nicht stehen geblieben“, beschrieb er seine Unfallfahrt unter Alkohol. Drei Bier habe er getrunken, als die Bekannte ihn abends anrief: Sie stehe am Haupteingang, müsse ihren Freund (mit Lungenentzündung) sofort zur Notaufnahme bringen, finde sich auf dem Gelände aber nicht zurecht.

Der Verteidiger: „Eine blöde Idee, sich auf den E-Karren zu setzen und loszufahren!“ Genau das aber hat der Hausmitarbeiter gemacht – und ist mit den Fahrgästen samt E-Karren in der erstbesten Fensterfront gelandet. Bis die Polizei kam, habe er („um mich zu beruhigen“) noch mehr Alkohol getrunken. Eine Blutprobe ergab später über zwei Promille.

Unfallflucht plus Körperverletzung (bei der Frau) plus Alkoholfahrt fand der Richter mit 900 Euro jetzt aber genug bestraft. Zumal der Angeklagte den Führerschein seit einer früheren Trunkenheitsfahrt ohnehin quitt ist, inzwischen fristlos entlassen wurde und in einer Alkohol-Entzugsklinik nun kein Einkommen mehr bezieht.

Mehr von RP ONLINE