Düsseldorf: 300 Polizisten starten Großrazzia gegen Nordafrikaner-Banden

Nordafrikaner-Banden in Düsseldorf: 18 Lokale bei Großrazzia im "Maghreb-Viertel" untersucht

Am Samstagabend fand eine Großrazzia rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof statt. Nordafrikanische Straftäter aus dem Bundesgebiet scheinen im "Maghreb-Viertel" ihre Basis zu haben. Die Gastronomiebetriebe stehen im Fokus der Ermittler.

Mehrere Hundert Beamte der Düsseldorfer und der Bundes-Polizei sowie Mitarbeiter der Stadt hatten am Samstagabend mehr als sechs Stunden lang Personen kontrolliert und Räume durchsucht. Wie ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen war die Razzia gegen Mitternacht beendet. Zwischenfälle habe es nicht gegeben.

Erste Ermittlungsergebnisse will die Polizei am Sonntagnachmittag verkünden. Um 17.30 Uhr am Samstag begann in mehreren Gastronomiebetrieben rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof der Großeinsatz.

Aufklärungsergebnisse hätten ergeben, "dass sich hier zu bestimmten Zeiten Personen treffen und aufhalten, die im Verdacht stehen, Taschen- und Gepäckdiebstähle sowie Straßenraub- aber auch Drogendelikte zu begehen", begründete die Polizei die Aktion. Auch die Bundespolizei und städtische Behörden beteiligten sich an dem Großeinsatz in dem Viertel rund um den Bahnhof.

Das Viertel gilt als Rückzugsort vor allem nordafrikanischer Banden, daher der Name. Insgesamt 18 Lokale zwischen dem Stresemannplatz bis hin zur Linien- und Querstraße in Oberbilk werden überprüft. Die Beamten haben ein Vernehmungszelt aufgebaut, in dem die Identität aller Personen genauer überprüft wird, die sich während der Kontrollen nicht ausweisen können. Sie werden befragt und auch ihre Fingerabdrücke werden genommen.

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Obwohl die Razzia schon länger geplant war, bekommt sie nach den Ereignissen in Köln während der Silvesternacht eine neue Bedeutung. Den Ermittlern sind Bezüge der in Verdacht stehenden Tätern nach Düsseldorf bekannt. Vor allem Nordafrikaner sollen auch für die Übergriffe auf Frauen an Silvester in Köln verantwortlich sein.

Diese Aktion ist ein Resultat eines Berichts, der vor wenigen Tagen vorgestellt wurde. Mehr als ein Jahr lang beobachtete die Polizei die Szene im sogenannten "Maghreb-Viertel". Die bekanntgewordenen Ergebnisse sind beunruhigend: Nordafrikanische Straftäter aus dem Bundesgebiet scheinen dort ihre Basis zu haben. Die Politik diskutiert derzeit über Möglichkeiten, straffällige Marokkaner, Algerier und Tunesier leichter abzuschieben und ihre Länder zur Zurücknahme zu bewegen.

Lesen Sie weitere Hintergründe zu dem Bericht des Projekts "Casablanca".

Schauen Sie sich die Fotos von der Razzia am Samstagabend an.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2016: Großrazzia im Düsseldorfer "Maghreb-Viertel"

(dafi/sg/rl/dpa/ots)