Große Ausstellung im Foyer RP-Fotograf Andreas Bretz zeigt seine Bilder in der Handwerkskammer

Düsseldorf · Andreas Bretz fotografiert seit einem Vierteljahrhundert für die Rheinische Post. Ab 15. März sind seine Bilder in einer eindrucksvollen Schau im Atrium der Handwerkskammer zu sehen.

Nicole Lange
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Düsseldorf: Das sind die schönsten Bilder von Andreas Bretz
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Die schönsten Bilder von Andreas Bretz

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Foto: Bretz, Andreas (abr)

Wenn in der Stadt etwas Bahnbrechendes passiert, etwas Spannendes, etwas, das die Menschen bewegen oder zum Staunen bringen wird, dann ist er oft ganz nah dabei: Andreas Bretz fotografiert seit 25 Jahren für die Rheinische Post. Er hält Grundsteinlegungen und Baustellen für die Leser fest, zeigt Plätze und Straßen und Häuser, aber vor allem und am Liebsten immer wieder: Menschen. „Ich interessiere mich für Leute und was sie bewegt“, sagt er: „Das macht mir am meisten Spaß. Vor allem bei Menschen, die nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens sind und deren Gesichter eine Geschichte erzählen, Menschen mit Ecken und Kanten.“

Und so wird es auch vor allem Gesichter und Menschen zu sehen geben, wenn am 15. März die bisher größte Ausstellung mit Bildern des Fotografen beginnt: Handwerkskammer und Rheinische Post präsentieren die Schau „Andreas Bretz: Fotografie aus 25 Jahren“. Im Foyer der Handwerkskammer in Bilk werden dann fast 50 seiner Bilder zu sehen sein, die meisten davon entstanden in Düsseldorf, einige aber auch auf Reisen. Gemeinsam haben alle die markante Bildsprache des Fotografen, der am Liebsten viel Augenmerk auf das Hauptmotiv im Vordergrund legt.

Da ist beispielsweise eine Warteschlange am Taxistand vor dem Hauptbahnhof, an der Menschen ungeduldig auf eine Fahrgelegenheit warten; da ist der Blick in einen neuen U-Bahnhof der Wehrhahn-Linie, zu dem sich 2010 die riesige Tunnelbohrmaschine einen Weg durch das Erdreich gefräst hat; oder – eines der neuesten Bilder der Ausstellung – die 100 Jahre alte Elfriede Steigleder, die das „Wunder von Bern“ miterlebte und die für den Fotografen wach in die Kamera blickt, vor sich die Alben voller Erinnerungen an ihr fußballverrücktes Leben.

In der Zeitung (und online ohnehin) sind alle diese Bilder seit Jahren in aller Farbenpracht zu bestaunen, bei der Ausstellung dagegen werden sie in Schwarz-Weiß zu sehen sein – also so, wie sie in den frühen Jahren seiner Fotografenlaufbahn gedruckt wurden: „Ich mag das bis heute am Liebsten so“, sagt der Fotograf: „Und es gibt in der ganzen Ausstellung nur ein einiges Bild, bei dem ich zugebe, dass es vielleicht in Farbe besser ist.“ Es zeigt zwei Golfer, die ihrem Hobby nachgehen, auf einer Wiese in sattem Grün und mit dem Rheinturm im Hintergrund.

Geboren wurde er im Ruhrgebiet, kam nach ganz anderen Jobs schließlich als Seiteneinsteiger zur Berufsfotografie, zunächst bei anderen Medien und für eine Sportagentur. Am 1. März hat Andreas Bretz das Vierteljahrhundert bei der Rheinischen Post vollgemacht. Während seines Volontariats war er auch in anderen Städten im Verbreitungsgebiet unterwegs, hat später in ganz NRW fotografiert und ist für besondere Geschichten weit gereist, in den Kosovo, nach Istanbul, nach Burkina Faso (auch von dort gibt es ein Motiv in der Ausstellung). Das Hauptthema seiner Bilder war aber immer Düsseldorf. Seit 2003 lebt er auch in der Landeshauptstadt, zunächst am Hafen, seit Jahren in Unterbilk.

Zu Terminen kam der Fotograf früher oft mit dem Motorrad angefahren, inzwischen ist er auch häufiger mit dem Fahrrad anzutreffen: „Man kommt in der Stadt gut voran und es ist außerdem sehr gut für die Fitness.“ Langweilig geworden ist ihm die Stadt mit ihren Motiven nie, zumal sich hier so vieles verändert und im Fluss ist: „Ich entdecke eigentlich immer wieder neue Facetten und neue Blickwinkel“, sagt er: „Auch bei Terminen und Ereignissen, die sich in Düsseldorf regelmäßig wiederholen. Da habe ich den Anspruch, immer wieder das Besondere zu finden, anstatt mich einfach selbst zu zitieren.“

Die Bilder in der Ausstellung sind übrigens tatsächlich alle im beruflichen Kontext entstanden – denn privat greift Andreas Bretz gar nicht so gerne zur Kamera, wie man meinen könnte. „Wenn ich eine neue Kamera habe, dann probiere ich sie natürlich erstmal umfassend aus – aber ansonsten habe ich privat oft gar keine Lust, meine aufwendige Ausrüstung mitzunehmen.“ Dann greift auch der Profi lieber zum Smartphone, um Urlaube und Ausflüge mit der Familie festzuhalten – Ehefrau Verena hat der Fotograf übrigens bei der Rheinischen Post kennengelernt, die beiden gemeinsamen Söhne sind inzwischen zwölf und 16 Jahre alt.

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