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Düsseldorf: 19-Jährige nach Beutezug gegen Seniorin vor Gericht

Schmuckschatullen gestohlen : 19-Jährige nach Beutezug bei Seniorin vor Gericht

Am Montag muss sich eine 19-Jährige vor dem Jugendrichter verantworten. Sie soll Teil eines Quartetts gewesen sein, das sich mit einer Ausrede in die Wohnung einer 87-Jährigen schlich und Schmuck stahl.

Weil eine 87-jährige Rentnerin drei fremden Frauen in Not spontan helfen wollte, wurde sie zum Opfer einer professionellen Diebesbande. Über diese Anklage gegen eine junge Frau verhandelt ein Jugendrichter am heutigen Montag. Die 19-Jährige soll im Juli 2019 als Bandenmitglied bei dem Beutezug bei einer Seniorin beteiligt gewesen sein. Erbeutet wurden dabei prall gefüllte Schmuckschatullen aus dem Badezimmer der älteren Frau. Sie hatte die staatenlosen Frauen überhaupt nur deshalb in ihre Wohnung gelassen, weil eine der Fremden behauptete, sie habe akute Magen-Darm-Probleme.

Mit einem Geständnis, das sie nach ihrer Festnahme am nächsten Tag abgelegt haben soll, wird die 19-Jährige dem betagten Opfer jetzt wohl die Anreise aus Essen und die Aussage als Kronzeugin ersparen. Am Tattag war der Umgang der Bande mit der alten Dame laut Anklage aber nicht so rücksichtsvoll. Gezielt, so die Ermittlungen, habe ein Quartett aus drei Frauen und einem Mann (als Fahrer des Fluchtautos) damals ruhige Wohngegenden nach betagten Opfern durchkämmt. Gemeinsam soll die Gruppe dafür sogar von der Düsseldorfer Bahnhofsgegend bis nach Essen gefahren sein.

Was dort die Aufmerksamkeit der Bande auf die 87-Jährige lenkte, wurde bisher nicht bekannt. Doch laut Anklage wussten die Frauen schon vorher, dass sie beim Klingeln an der Wohnung auf eine arglose Seniorin treffen würden. Unter dem Vorwand, eine der Frauen habe Durchfall, soll sich das Trio dann Zutritt zu den Räumlichkeiten des Opfers verschafft haben. Während zwei Komplizinnen die alte Dame ablenkten, wie vorher laut Anklage verabredet, suchte die dritte Frau nach wertvollen Beutestücken.

Die Mieterin war von dem Trio derart überrumpelt worden, dass der 87-Jährigen keine Zeit mehr blieb, ihre Wertsachen in Sicherheit zu bringen. Mehrere Schatullen voller Schmuck, versteckt unter der Kleidung der Besucherinnen, sind der Bande laut Anklage damals in die Hände gefallen. Bevor die Rentnerin den Ablenkungstrick durchschaute und den Verlust des Schmucks bemerkte, waren die Frauen verschwunden, im Auto ihres wartenden Komplizen zunächst entkommen.

Verhandelt wird der Fall jetzt nicht am Tatort in Essen, sondern in Düsseldorf, weil als Wohnung der Diebesbande eine Adresse in der City registriert ist – und bei jugendlichen Angeklagten stets der Wohnort über den Gerichtsstand entscheidet.

(veke)