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Düsseldorf: "Dügida" setzt Demo-Route vor Moschee durch

Düsseldorf : "Dügida" setzt Demo-Route vor Moschee durch

Das Verwaltungsgericht hat erneut eine Einschränkung kassiert, die vom Polizeipräsidium gegen die "Dügida"-Bewegung ausgesprochen worden war. Die laut Verfassungsschutz von Rechtsextremen unterwanderte Gruppe bekam kurz vor Beginn ihrer Kundgebung die Erlaubnis, an einer Moschee vorbeizulaufen.

Es ist das dritte Mal, dass polizeiliche Auflagen für "Dügida" vom Gericht gekippt wurden. Die Gruppe marschiert seit Januar jeden Montag durch das Bahnhofsviertel. Weil die Parolen der Rechtsausleger viele Gegendemonstranten auf den Plan rufen, wird jede Kundgebung von mehr als 1000 Beamten gesichert. Für den Montag hatte "Dügida"-Organisatorin Melanie Dittmer erstmals einen Rundkurs beantragt, der vom Hauptbahnhof an der Moschee an der Adersstraße vorbeiführen sollte.

Die Argumentation der Polizei, dort würden Gläubige an ihrem Grundrecht auf Religionsausübung gehindert, ließ das Gericht nicht gelten: Die Beamten müssten sicherstellen, dass die Moschee-Besucher zu ihrem Gotteshaus gelangen könnten, ohne dass es zu Übergriffen kommt. Oberbürgermeister Thomas Geisel regierte mit Unverständnis auf die Entscheidung: "Die Route entlang einer Moschee ist offenkundig eine reine Provokation", sagte er. "Ich verstehe nicht, was dies mit dem Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit zu tun haben soll."

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Zum "Dügida"-Aufzug kamen laut Polizei 95 Teilnehmer, zu den Gegendemonstrationen einige hundert. Vor Beginn des Aufzugs versammelten sich rund 100 "Dügida"-Gegner zu einem "Flashmob" und setzten sich Zeitung lesend in die Bahnhofshalle.

Die "Dügida"-Anhänger zogen ab 18.30 Uhr von der Karlstraße über den Stresemannplatz, die Scheuren- und Harkortstraße entlang und wieder zurück zum Hauptbahnhof. Gegen 19.30 Uhr kam der Protestmarsch an der Moschee an. Die Polizei sicherte den Eingang mit einem Großaufgebot. Dittmer teilte ihren Mitläufern an, sie sollten "sich nicht provozieren lassen". Die "Dügida"-Leute riefen hingegen in Richtung der Moschee: "Wir wollen keine Salafistenschweine!" Das Nachtgebet konnte jedoch ganz normal stattfinden.

Auseinandersetzungen am Hauptbahnhof

Gegen 20.30 Uhr hatte die Polizei den Bertha-von-Suttner-Platz gesperrt. Am Hinterausgang des Bahnhofs hatten sich Gegendemonstranten versammelt. Reisende, die ein Ticket vorzeigen konnten, wurden allerdings von den Einsatzkräften auch am Bertha-von-Suttner-Platz in den Bahnhof gelassen.

Als die Polizei gegen 20.45 Uhr "Dügida"-Demonstranten, durch den Hauptbahnhof führte, kam es zu Rangeleien mit Gegenprotestlern, die zu den "Dügida"-Demonstranten durchbrechen wollten. Unter die "Dügida-Demonstranten hatten sich auch Hooligans gemischt.

Das gewaltsame Eindringen von Gegendemonstranten in den Hauptbahnhof konnte laut Mitteilung der Polizei durch Beamte der Bundespolizei nur unter Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray verhindert werden. Die Bahnhofshalle blieb zwischenzeitlich gesperrt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Dügida"-Demo 23. Februar 2015: Rangeleien im Hauptbahnhof Düsseldorf

(sg)