Mutmaßlicher Täter handelte aus Rache: Drittes Opfer des Amoklaufs stirbt an seinen Verletzungen

Mutmaßlicher Täter handelte aus Rache : Drittes Opfer des Amoklaufs stirbt an seinen Verletzungen

Die Zahl der Toten durch den Amoklauf, der am Freitag das Rheinland in Atem hielt, hat sich auf drei erhöht. Ein Düsseldorfer Anwalt, der vom Täter in der Kanzlei am Höherweg schwer verletzt worden war, ist am Sonntag gestorben. Inzwischen hat die Polizei das Motiv des mutmaßlichen Täters rekonstruieren können, gegen den inzwischen ein Haftbefehl wegen Mordes erlassen wurde.

Der Düsseldorfer Gastronom Yanquing T. handelte offenbar aus Rache: Der 48-Jährige war nach Erkenntnissen der Polizei mit der Gocherin, in deren Pizzeria er am Freitagnachmittag festgenommen wurde, in Streit geraten. Im Zuge der Auseinandersetzung hatte er die Frau geohrfeigt, sie hatte ihn daraufhin angezeigt. Der Fall ging vor Gericht - vertreten wurde Yanquing T. dabei von der Düsseldorfer Anwältin aus der Kanzlei am Höherweg, die am Freitag zu seinem ersten Opfer wurde. Der 48-jährige Familienvater wurde zu einer Geldstrafe im vierstelligen Bereich verurteilt und fühlte sich von der Anwältin schlecht vertreten.

In seiner Wut wandte er sich an die Kanzlei in Erkrath, in der er am Freitag eine 50-jährige Angestellte tötete. Er wollte das Urteil anfechten und gerichtlich gegen die Düsseldorfer Kanzlei vorgehen, die seiner Ansicht nach schlecht gearbeitet hatte. Die Erkrather Kanzlei lehnt das ab - daraufhin geriet der 48-Jährige offenbar in grenzenlose Wut, die schließlich in dem Amoklauf vom Freitag gipfelte.

22-jähriger Iraker zeigte Zivilcourage

Nachdem er in Düsseldorf und Erkrath zwei tote Frauen und zwei Schwerverletzte hinterlassen hatte, von denen einer inzwischen ebenfalls verstorben ist, fuhr der gebürtige Chinese weiter nach Goch, um dort die Pizzeriabesitzerin zu stellen. In der Pizzeria traf der Mann neben der Inhaberin auch auf deren Töchter, 21-jährige Zwillingsschwestern. Sie verteidigten ihre Mutter und rangelten mit dem Amokläufer. Der 22-jährige Gocher Muhammed A.F. kam den beiden Mädchen und ihrer Mutter zur Hilfe. Er war zufällig vorbeigekommen und hatte gesehen, dass ein Mann die Frauen in der Pizzeria bedrohte. Gemeinsam überwältigten sie Yanquing T. und konnten ihn festhalten, bis die Polizei kam.

Bis die Düsseldorfer Polizei von der Festnahme erfuhr, dauerte es jedoch noch eine Weile - denn den Gocher Einsatzkräften war nicht klar, wen sie da festgenommen hatten. Sie hielten die Tat zunächst für einen simple Rangelei. Erst etwa eine Dreiviertelstunde später wurde klar, dass die Gocher Polizei den Mann festgenommen hatte, der Einsatzkräfte im ganzen Rheinland in Atem hielt.

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(jco)