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Rätselraten um die neuen Mieter: Dreischeibenhaus verkauft

Rätselraten um die neuen Mieter : Dreischeibenhaus verkauft

Nach der Unterzeichnung des Vertrages mit einem Konsortium hat das Rätselraten um die neuen Mieter eingesetzt. Anfang 2009 will der ThyssenKrupp-Konzern seine Zentrale nach Essen verlegen.

Zufall oder nicht? Zum Start der internationalen Immobilienmesse (Mipim) in Cannes meldet der ThyssenKrupp-Konzern den Verkauf des Dreischeibenhauses an ein Erwerberkonsortium. Damit wird die für Düsseldorf interessante Frage nach dem künftigen Mieter neu gestellt. Im Gespräch sind nach Informationen der Rheinischen Post das Bankhaus HSBC Trinkaus&Burkhardt und die beiden großen Anwaltskanzleien Heuking Kühn und Lovell's.

Mit dem Dreischeibenhaus hätte das Düsseldorfer Bankhaus eine ernsthafte Verhandlungsalternative zu dem ebenfalls seit längerem diskutierten Standort Kö-Bogen. Berater von Trinkaus&Burkhardt war der kürzlich bei einem Unfall verstorbene Architekt und Projektentwickler Jürgen Overdiek.

Bei ThyssenKrupp sind potenzielle Mieter des Bürohauses zwischen Hofgarten und Schauspielhaus offiziell nicht bekannt. "Das ist jetzt nicht mehr unser Ding", sagte ein Konzernsprecher gestern. Bestätigt wurde, dass die Unternehmenszentrale "um die Jahreswende 2008/2009" an den Hauptsitz nach Essen umziehen werde. Der Stahlkonzern hatte das Hochhaus in einem Immobilienpaket von insgesamt 25 Objekten in der Rhein-Ruhr-Region auf den Markt gebracht. Verwalter des betreffenden Immobilienfonds ist die Deutsche Bank. Die Investoren sitzen in Düsseldorf und Hockenheim, auch aus ihrem Kreis gab es gestern keine Information über mögliche Mieter des Hochhauses.

In gut unterrichteten Maklerkreisen geht man davon aus, dass die Vermietung von Düsseldorfs prominentesten Bürohaus, das die Architekten HPP gebaut haben, keine Schwierigkeiten bereiten wird. "Es wird genug Investoren geben, die einen solchen Vertrag blind unterschreiben würden", hatte Marcel Abel von Jones Lang LaSalle schon vor einem Jahr gesagt, als bekannt wurde, dass der Stahlkonzern Düsseldorf verlassen würde. Aus heutiger Sicht legt Abel sogar nach: Bis ThyssenKrupp seine Zentrale verlegt hat, ist in Düsseldorf mit dem SkyOffice am Kennedydamm ein zweites Hochhaus auf dem Markt. Das werde eine spannende Sache.

Der Fortzug von ThyssenKrupp hatte Wellen geschlagen. "ThyssenKrupp gibt ein Stück Heimat und ein Stück Geschichte auf", hatte der Präsident der Handwerkskammer, Wolfgang Schulhoff, die Entscheidung der Chefetage des Konzerns kommentiert. Hermann Franzen, Präsident der Industrie- und Handelskammer, sprach damals von einer "schlechten Nachricht für Düsseldorf in einer Serie von ansonsten ausnahmslos guten". OB Joachim Erwin verglich ThyssenKrupp dagegen mit einer Pommesbude.

(RP)