Viele Bürger haben Bedenken: Dreieck Heerdt: Angst vor Lärm

Viele Bürger haben Bedenken : Dreieck Heerdt: Angst vor Lärm

Nach dem Informations-Abend zum Verkehrskonzept Heerdter Dreieck ist es dem Rathaus nicht gelungen, die Bedenken der Anwohner zu zerstreuen. Vielen ist erst jetzt richtig klar geworden, dass das riesige Projekt alle linksrheinischen Stadtteile betreffen wird.

Einen Tag nach der Bürgeranhörung in der Aula des Comenius-Gymnasiums in Oberkassel zum Thema Verkehrskonzept Heerdter Dreieck gab es gestern gegensätzliche Einschätzungen. Der Bezirksvorsteher der linksrheinischen Stadtteile, CDU-Ratsherr Rolf Tups, sprach von einem erfolgreichen Abend, bei dem es gelungen sei, den Menschen die Bedeutung des gesamten Projektes klarzumachen.

Die SPD-Ratsfrau Marion Warden (Heerdt) meinte im Gegensatz dazu: "Die Ausführungen und Erläuterungen der Verwaltung haben meine schlimmsten Befürchtungen hinsichtlich der zu erwartenden Immissionen durch neue Verkehrsströme übertroffen! Die Darstellungen der Verwaltung waren nicht überzeugend, viele Fragen blieben unbeantwortet. Das Verkehrskonzept Heerdter Dreieck muss in wesentlichen Teilen neu geplant werden. Dabei müssen die Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung in besonderer Weise berücksichtigt werden."

Autobahnanschlüsse zu spät

Dass die Anwohner das gesamte Projekt weiter mit Skepsis sehen, zeigten die Fragen und Stellungnahmen. Manche befürchten ein Riesenchaos, andere sprechen von "Etikettenschwindel", weil die Bevölkerung nicht ent-, sondern belastet werde. Dagegen werde dem Vodafone-Konzern "ein Verkehrskonzept auf dem Silbertablett" serviert. Dass die künftigen Verkehre reibungslos fließen werden, glaubt derzeit kaum einer.

Vor allem wurde kritisiert, dass die neuen Autobahnanschlüsse an die A 52 Heerdter Lohweg und Böhlerweg erst dann erfolgen, wenn der Vodafone Campus und das Parkhaus bereits fertiggestellt sind. Die Baufachleute der Stadt hatten argumentiert, dass man diese Baumaßnahmen nacheinander angehen will, um den Verkehr nicht auf einmal zu stark zu beeinträchtigen. Die Anwohner überzeugte das nicht.

Viele sind der Meinung, dass man zuerst ein Verkehrskonzept realisieren muss und erst danach bauen sollte. Außerdem wird Lärmschutz vermisst. Das Parkhaus sei "ein Monstrum, das viel Lärm nach Oberkassel tragen" werde, fürchten manche. Die Anwohner der Viersener Straße erwarten eine Lärmschutzwand an der Basisstraße. Die Verwaltung spricht lediglich von passivem Lärmschutz (Fenster).

Zur Überraschung von Baudezernent Gregor Bonin forderten einige Anwohner, über die Rheinquerung zwischen der Messe und Lörick neu nachzudenken, sie würde auch Verkehr aus den linksrheinischen Stadtteilen nehmen. Bisher hatte es gegen diese Idee einer weiteren Brücke (sie war einmal ausschließlich für Bahnen, Fußgänger und Radfahrer geplant) immer wieder Proteste aus Niederkassel und Lörick gegeben. Das Bauwerk sollte Messe und Flughafen mit dem linksrheinischen Bahn-Netz bis Mönchengladbach und Krefeld verbinden. Inzwischen liegen die Pläne auf Eis.

Fast unbemerkt wurde gestern auch bestätigt, dass es bald eine Bebauung auf der bisher noch freien Fläche zwischen dem Seestern und Lörick entlang der Oberlöricker Straße geben wird. Dort soll bald eine Neubau-Siedlung entstehen, die vor allem aus Einfamilien- und niedrigeren Mehrfamilien-Häusern geprägt sein wird.

Misstrauisch beäugt werden zudem die Modalitäten zum Bau des Parkhauses. Gerüchte, die Stadt baue das Objekt und stelle es Vodafone zur Verfügung, wurden im Rathaus dementiert: Der Bau des Parkhauses ist Teil der Gesamtinvestition Vodafone-Campus, wird also vom Bauherren mitgetragen und umgesetzt. Allerdings bleibt das Grundstück, auf dem das Parkhaus steht, im Besitz der Stadt.

(RP)
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