Einkaufen in Düsseldorf: Drei verkaufsoffene Sonntage für die City

Einkaufen in Düsseldorf : Drei verkaufsoffene Sonntage für die City

Nach jahrelangem Streit zwischen Politik, Kirchen und Gewerkschaften wird Mittwoch ein Kompromiss verabschiedet.

Die Beauty-Messe, die Kunststoffmesse "K" und der Weihnachtsmarkt sind die drei Anlässe für die drei verkaufsoffenen Sonntage in der Innenstadt: Am 17. März, am 20. Oktober und am 15. Dezember dürfen die Geschäfte an der Königsallee, der Flinger Straße oder der Schadowstraße ihre Türen von 13 bis 18 Uhr öffnen.

Darüber hinaus finden acht weitere verkaufsoffene Sonntage in den Stadtteilen statt. Dieser Kompromiss wird am Mittwoch den Politikern des Ordnungs- und Verkehrsausschusses zur Abstimmung vorgelegt.

"Ein Kompromiss", sagt Ausschuss-Vorsitzender Martin Volkenrath (SPD). Einige hätten immer noch Bauchgrummeln, anderen ginge der Vorschlag nicht weit genug. Gegner ganz generell bleiben die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Kirchen. "Die Evangelische Kirche ist grundsätzlich gegen Sonntagsöffnungen", schreibt Superintendentin Henrike Tetz in ihrer Stellungnahme an das Ordnungsamt.

Gleichwohl begrüße sie, dass generell die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage reduziert worden sei und dass nur noch an zwei Adventssonntagen die Läden geöffnet würden.

Gleicher Meinung ist auch Michael Hänsch, Geschäftsführer Katholische Kirche in Düsseldorf. Aber eigentlich habe man sich auf vier offene Sonntage geeinigt — und nun seien es doch elf geworden, wenn auch in den Stadtteilen. Hänsch plädiert auf Basis der Initiative "Allianz für einen freien Sonntag" für eine weitere Reduzierung der offenen Sonntage.

Diese Aussage irritiert Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP): "Wir haben mehrfach — auch mit den Kirchen — zusammengesessen und uns auf diesen Kompromiss geeinigt. Darum finde ich es jetzt merkwürdig, dass die Kirchen plötzlich wieder gegen alle offenen Sonntage sind." Grundsätzlich sind sie und ihre Parteikollegen dafür, noch zwei oder drei mehr offene Sonntage für die Stadtmitte anzubieten. "Kirchgänger können doch trotzdem morgens in die Gottesdienste." Die FDP wird aber für die Vorlage stimmen. "Damit können wir leben."

So sieht es auch Andreas Hartnigk für die CDU: "Das ist ein tragfähiger Kompromiss." Aber auch er weiß, dass viele gern am Sonntag einkaufen gehen. "Wenn man überlegt, wie viel Leute an den Sonntagen nach Roermond fahren, kann man doch nur ahnen, wie viel Geld für Düsseldorf damit verloren geht."

Martin Volkenrath glaubt dagegen, dass jeder Euro nur einmal ausgegeben werden könne und dass man auch immer an die denken müsse, die sonntags arbeiten. "Das geht doch zulasten der Verkäuferinnen." Dass diese Sonntagsarbeit wiederum bei vielen begehrt sei, glaubt Andreas Hartnigk. "Schon wegen der steuerfreien Zuschläge an den Sonntagen."

Die Grünen wollen noch einmal genau auf die Liste der jetzt vorgeschlagenen verkaufsoffenen Sonntage gucken. "Es sollte doch gute Gründe für einen offenen Sonntag geben — wir bezweifeln, dass die Beauty-Messe im März ein solcher Grund ist", sagt Norbert Czerwinski auf RP-Anfrage. Seine Partei wolle bei diesem Punkt dagegen stimmen. Dass bei großen Messen wie der Drupa oder der Kunststoffmesse die Läden öffnen dürften, sei dagegen nicht umstritten.

Hier geht es zur Infostrecke: Das sind die verkaufsoffenen Sonntage 2018

(RP/jco/ila)
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