Düsseldorf: Drei Väter bauen ferngesteuertes Auto

Düsseldorf: Drei Väter bauen ferngesteuertes Auto

Ein gutes halbes Jahr tüftelten die Schüler des Heinrich-Hertz-Berufskollegs an einem Modell, das über eine Smartphone-App gesteuert werden kann. Ihr Ziel ist ein Abschluss als staatlich geprüfter Elektrotechniker.

Die vergangen Wochen waren für Patrick Langs und seine beiden Kollegen Aykan Gülcü und Adib Zebidi lang. Denn häufig saßen die drei bis spät in die Nacht im Keller von Gülcü, um dort dem Prototypen für ihr "SmartCar", ein mit dem Smartphone ferngesteuertes Auto, den letzten Schliff zu geben. Dabei ging es nicht etwa um eine private Spielerei, sondern um ihr schulisches Abschlussprojekt. Und mit dem versuchen die Drei, ihrem großen Ziel, staatlich geprüfter Elektrotechniker zu werden, ein gutes Stück näher zu kommen.

Vier Jahre dauert ihr Bildungsgang am Heinrich-Hertz-Berufskolleg. Keine leichte Aufgabe, denn der Unterricht findet in Teilzeit neben dem Job statt. Von August vergangenen Jahres bis jetzt tüftelten die drei an ihrem Abschlussprojekt, das noch einmal zusätzlich Zeit in Anspruch nahm. "In den letzten Wochen des Projekts war ich von fünf Uhr morgens bis nachts um ein Uhr auf den Beinen", erzählt Langs. Als Vater von zwei Kindern sei das eine besondere Herausforderung. Besonders dann, wenn es mal nicht so klappte wie gewünscht. "Es gab auch viele Rückschläge", sagt er. Doch am Ende hat sich der Aufwand gelohnt. Gemeinsam haben sie ein ferngesteuertes Auto entwickelt, das ihrer Einschätzung nach den meisten Modellen der Spielwarenläden um einiges voraus ist.

"Wir sind alle Väter und wollten deshalb etwas kreieren, von dem auch unsere Kinder etwas haben", sagt Langs. "Unser Abschlussprojekt sollte nicht irgendwo im Schrank verstauben", ergänzt Gülcü. Bei all den Funktionen, die die drei ihrem ferngesteuerten Wagen mitgegeben haben, ist davon auch nicht auszugehen. Denn neben einer besonderen Lichtfunktion sowie realitätsgetreuen Hup- und Einparkgeräuschen, punktet das Modell besonders durch seine Steuerung. Statt eines üblichen Controllers braucht es nur eine App für das Smartphone, die der 29-jährige Langs im Zuge des Projektes vollkommen eigenständig programmiert hat. Das Wissen aus dem Unterricht reichte dafür nicht immer aus, so dass er sich noch zusätzlich mit Progammieren beschäftigt hat. Mit der App kann das Auto nicht nur beschleunigt, gebremst und gelenkt werden, sondern verfügt auch über zwei verschiedene Modi. Einen schnellen Modus, wenn die drei Väter einmal selbst Gas geben wollen und einen gesicherten Modus für den Nachwuchs. Dort ist nicht nur die Maximalgeschwindigkeit gedrosselt, sondern auch eine weitere Funktion integriert, die für viele Eltern ein Segen wäre: eine automatische Erkennung von Hindernissen. Steuert der Wagen auf eine Blockade zu, bleibt er automatisch stehen, so dass nicht einmal Uromas teure Vase bei Unachtsamkeit einen Schaden erleiden würde.

Aus dem Projekt ein Geschäftsmodell zu machen, steht bei den drei Tüftlern allerdings nicht auf dem Plan. Stattdessen müssen sie sich weiterhin auf die Schule konzentrieren, im Mai stehen am Heinrich-Hertz-Kolleg die Abschlussprüfungen an. Jenseits des lang ersehnten Abschlusses gibt es noch einen weiteren Grund, warum die Drei auf das Datum hinfiebern. "Ich freue mich, dann endlich wieder mehr Zeit für meine Familie zu haben", sagt Patrick Langs.

(RP)