1200 Notrufe in Düsseldorf: Drei Tote durch Unwetter - Baum stürzt auf Gartenhaus

1200 Notrufe in Düsseldorf : Drei Tote durch Unwetter - Baum stürzt auf Gartenhaus

So sah das Unwetter in Düsseldorf aus

Über 250 Einsatzkräfte der Polizei und 600 der Feuerwehr kämpfen seit Montagabend mit den Auswirkungen des Orkantiefs, das am Montagabend über große Teile Nordrhein-Westfalens und Düsseldorf hinwegzogen ist. Die traurige Bilanz: drei Tote.

Allein im Stadtgebiet der Landeshauptstadt zählte die Leitstelle im Zeitraum von Montagabend, 20.30 Uhr, bis Dienstagmorgen, 6 Uhr, über 600 witterungsbedingte Einsätze, über 1200 Notrufe sind eingegangen.

Besonders tragisch verlief das Unwetter für neun Menschen auf der Henkelstraße in Reisholz. Sie hatten auf einem Hinterhof Zuflucht in einem Gartenhaus gesucht, das durch umstürzende Bäume stark beschädigt wurde. Zwei Männer (56 und 53 Jahre) und eine Frau (52 Jahre), die nicht aus Düsseldorf kommen und bei Verwandten zu Besuch waren, konnten durch die Rettungskräfte nur noch tot geborgen werden. Sie hatten zuvor auf dem Gelände gegrillt und waren vom aufkommenden Unwetter überrascht worden.

Die anderen sechs Personen (im Alter von 19 bis 47 Jahren, zwei Männer, vier Frauen) wurden teils schwer verletzt in Krankenhäuser eingeliefert. Auch auf den Autobahnen im Regierungsbezirk Düsseldorf kam es aufgrund des Sturms zu erheblichen Beeinträchtigungen und Sperrungen, die auch am Dienstagmorgen noch spürbar sind.

In rund 200 Einsätzen leisteten Polizisten Hilfe, nahmen Verkehrsunfälle auf und beseitigten Gefahrenstellen. Viele Straßen sind noch durch umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste versperrt. Die Aufräumarbeiten sind im vollen Gange. Die Autobahnpolizei empfiehlt allen Verkehrsteilnehmern langsam und vorsichtig zu fahren.

Die A40 ist im Autobahnkreuz Kaiserberg in Richtung Ruhrgebiet wegen Aufräumarbeiten gesperrt. Im Innenstadtbereich besteht nach wie vor eine erhöhte Gefahrenlage unter anderem bedingt durch lose Dach- und Gebäudeteile.

Die Polizei Düsseldorf bittet darum, die 110 ausschließlich für Notrufe zu nutzen. Mitteilungen zu beschädigten Fahrzeugen und umgestürzten Bäumen zählen nicht dazu.

(lnw)
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