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Drei junge Gitarristen aus Düsseldorf-Gerresheim wollen Bundessieger werden

Musik in Düsseldorf : Die drei Gitarrenspieler aus Gerresheim

Shea Linus Kruse, Philipp Brinkmann und Jasper Blom wollen beim Bundesfinale von Jugend musiziert abräumen.

Shea, Philipp und Jasper spielen gerne Gitarre. Das ist nicht weiter erwähnenswert für Jungs in ihrem Alter, 13- und 14-Jährige nehmen sich gerne Rockstars zum Vorbild, wollen ihnen nacheifern und greifen so zum Saiteninstrument. Bei dem Trio aus Gerresheim sind die Beweggründe aber anders. Sie geben sich nicht damit zufrieden, ein paar Akkorde zu beherrschen, ihr Spiel muss schon an absolute Perfektion heranreichen. Das ist auch der Jury von Jugend musiziert auf regionaler Ebene aufgefallen. Und der Jury von Jugend musiziert auf Landesebene. Das talentierte Ensemble landete jeweils souverän auf Platz eins. Damit muss aber noch nicht Schluss sein, denn im Juni fahren die drei Gerresheimer nun zum Bundeswettbewerb in Halle an der Saale. Das Ziel: Klar, der Sieg.

Derart gut zu spielen, geht natürlich nicht von heute auf morgen, Shea Linus Kruse ist dafür ein gutes Beispiel. Er war viereinhalb Jahre alt, als er mit seiner Mutter zu Stephan Wallrich in die Gitarrenschule Gerresheim kam. „Ich war durchaus ein wenig skeptisch, denn das ist schon sehr jung“, erzählt der Musiklehrer. Was ihn überzeugte: „Er wollte es unbedingt, und zwar selbst, nicht auf Druck der Eltern.“ Shea stimmt zu: „Mein Vater hat auch Gitarre gespielt, das fand ich toll. Ich habe einfach so lange gequängelt, bis meine Eltern nachgegeben haben.“ Auch die 14-jährigen Philipp Brinkmann und Jasper Blom besuchen die Gitarrenschule an der Schönaustraße, beide haben erst einige Jahre später das erste Mal eine Gitarre in der Hand gehabt, heute sind alle in etwa auf einem Level. Und da Wallrich für seine Schülerkonzerte ohnehin immer wieder Ensembles zusammenstellt und bei Jugend musiziert im Drei-Jahres-Rhythmus auch ein Wettbewerb für Ensembles angeboten wird, lag es nahe, das Gerresheimer Trio ins Rennen zu schicken. Die jungen Virtuosen sind dabei keineswegs Greenhorns, Shea zum Beispiel war auch letztes Jahr am Start, als Klassik gefragt war. Selbstverständlich hat er gewonnen.

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Die Gitarre ist ein stilübergreifendes Instrument, und auch wenn Shea, Philipp und Jasper in Vorbeitung auf ihren großen Tag gerade ursprünglich für Laute komponierte und jetzt neu arrangierte Stücke aus Renaissance und Barock proben, darf es von Billy Jean bis All that bass auch durchaus schon mal poppig oder gar rockig werden. Mit dem privaten Musikgeschmack hat das alles ohnehin nicht unbedingt etwas zu tun. Shea ist zum Beispiel ein Oldie-Fan, Jasper steht auf Ami-Rap, Philipp mag Jazz und Rock. Was alle drei vereint, ist der Wunsch, immer Gitarre spielen zu wollen, sich so weiterzuentwickeln. Und der Teamgedanke. „Der pusht, man ist zu dritt motivierter und weniger aufgeregt auf der Bühne“, sagt Philipp. Natürlich können sich die Gitarristen vorstellen, ihrem Instrument auch später, wenn sie erwachsen sind, treu zu bleiben und beruflich etwas mit Musik zu machen. „Aber ich bin nicht naiv, der Markt ist aktuell ziemlich gesättigt, ich habe auf jeden Fall einen Plan B“, betont Jasper. Heißt: Abi, Studium, „und zwar was Sicheres“, fügt der 14-Jährige lächelnd hinzu.

Dass Shea, Philipp und Jasper so gut Gitarre spielen können, liegt selbstverständlich nicht zuletzt an der Schule von Stephan Wallrich, die knapp 100 Schüler besuchen. Fünf Lehrer unterrichten an der Schönaustraße, hinzu kommt mit Kerstin Pohle, einer diplomierten Opernsängerin, eine Gesangslehrerin. 2007 hat Wallrich die Schule, in der er früher bereits selbst unterrichtet hat, übernommen. Jetzt drückt er seinem Trio natürlich fest die Daumen, dass es sich unter den hunderten Teilnehmern in Halle durchsetzen wird. Und wenn es nicht klappt, ist das auch nicht weiter schlimm, lassen die drei Jugendlichen durchblicken, die genauso gerne hin und wieder in den Gerresheimer Eisdielen etwas von ihrem Können unter Beweis stellen.