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"Dreck-weg-Tag" 2021 in Düsseldorf: 4000 Freiwillige räumen auf

„Dreck-weg-Tag“ 2021 in Düsseldorf : 4000 Freiwillige räumen die Stadt auf

Im vergangenen Jahr hatte der „Dreck-weg-Tag“ in Düsseldorf ausfallen müssen, jetzt waren wieder Freiwillige in der ganzen Stadt unterwegs und sammelten Müll. Rund 4000 Freiwillige kamen und zogen etwa Plastikstühle aus dem Kö-Graben.

Für Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) ist es augenfällig. „Es gibt mehr Müll im öffentlichen Raum“, erläuterte Keller. „Viele To-Go-Verpackungen, viele Atemschutzmasken werden achtlos weggeworfen.“ Umso wichtiger, dass der Verein Pro Düsseldorf nach dem coronabedingten Ausfall im Jahr 2020 und der zweimaligen Verschiebung des „Dreck-weg-Tages“ 2021 die Aktion endlich wieder durchführen konnte. Wie üblich hatte der Vorstand um Vorsitz Ingo Lentz und Stellvertreter Klaus Vorgang im Stadtgebiet zwei Treffpunkte und Materialausgabestellen (Handschuhe, Müllsäcke, Greifzangen) für die Müllsammler benannt. Einer davon lag unterhalb der Oberkasseler Brücke im Rechtsrheinischen. „600 Freiwillige sind hierher gekommen“, sagt Vorgang zufrieden. „Insgesamt haben rund 4000 Freiwillige Müll gesammelt.“

Die Begeisterung für eine saubere Umgebung hält sich im Linksrheinischen offensichtlich in Grenzen. Zwar waren auf den Oberkasseler Rheinwiesen viele Freiwillige unterwegs, doch auf den Plätzen und Straßen waren sie kaum anzutreffen. Und wenn, dann kamen sie meist nicht aus Oberkassel. So wie Familie Fricke, die in Flingern wohnt, aber etwa auf der Barmer Straße für Sauberkeit sorgte. „Ich kann nicht verstehen, dass viele Leute so achtlos mit ihrer Umwelt umgehen“, ärgert sich Markus Fricke. „Was wir alleine an Zigarettenkippen gesammelt haben. ist unvorstellbar. Dabei verunreinigt eine Kippe 40 Liter Wasser. Eigentlich sollte es mindestens fünf Euro Pfand auf jeden Zigarettenfilter geben.“

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Markus und Milena Fricke machen beim „Dreck-weg-Tag“ mit, weil sie ihrer Tochter Mia ein gutes Vorbild sein wollen. Zwar interessierte Mia die Aktion noch überhaupt nicht – der Säugling lag schlafend im Kinderwagen –, doch die Frickes wollen auch bei den folgenden lokalen Säuberungsaktionen mitmachen. „Dann aber in Flingern, da gibt es auch genug zu tun“, sagt Melina Fricke.

Auf den Rheinwiesen waren auch Pierre Scharping und Sascha Brieger als „Müllmänner“ unterwegs. Sie suchten mit Argusaugen nach Kleinkram. „Wir schauen nach Glassplittern, Kronkorken und Zigarettenkippen“, so Scharping. „An den Splittern und den Kronkorken können sich Hunde die Pfoten aufschneiden.“ Zum Glück sei die Grillsaison noch nicht in Fahrt gekommen, sodass größere Gegenstände wie Einweg-Grills nicht entsorgt werden mussten. „Obwohl man den Dreck anderer Leute wegräumt, und sich die Müllsäcke erschreckend schnell füllen, ist es ein gutes Gefühl, etwas für die Stadt, einen selbst und andere zu tun“, sagt Brieger. „Ich möchte, dass die heutige Jugend eine genauso schöne Welt vorfindet, wie wir sie hatten.“

Der „Dreck-weg-Tag“ ist eine Veranstaltung für Einzelpersonen, Gruppen, Vereine, Parteien und jeden, der etwas für die Sauberkeit Düsseldorfs tun will. „Dass sich so viele Menschen für die Stadt engagieren, ist ein tolles Zeichen für bürgerschaftliches Engagement“, sagt Keller. „Eine saubere Stadt ist wichtig für die Menschen. Man fühlt sich einfach wohler.“