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Serie - Mein Düsseldorf (2): Doro zurück im Dome

Serie - Mein Düsseldorf (2) : Doro zurück im Dome

In unserer neuen Serie stellen prominente Düsseldorfer ihren Lieblingsort in der Landeshauptstadt vor. Diesmal besucht Rocksängerin Doro Pesch die Halle, in der sie das längste Konzert ihres Lebens spielte und in deren Nähe sie knapp einer Katastrophe entging.

Die Nachbarschaft scheint sich gut vorbereitet zu haben auf den Besuch von Doro Pesch. Als die Sängerin am ISS Dome vorfährt, scheppert es in einer Halle nebenan gewaltig. Es klingt, als würden riesige Stahlrohre vom Regal krachen — Heavy Metal der etwas anderen Art. Ein bisschen Heavy Metal hat die Sängerin aber ohnehin immer dabei, denn an ihren Armen trägt sie viele, viele Ringe, die bei jedem Schritt aufeinander klappern.

So hart wie die Begegnung beginnt, so schnell schlägt sie ins Weiche um. "Diese Halle hat etwas Magisches", sagt Doro Pesch und erinnert an den 13. Dezember. Damals feierte sie 25 Jahre auf der Bühne und hatte sich für das Konzert so viel vorgenommen, dass der Abend eigentlich nur schief gehen konnte. Am Ende aber fordern die Fans zehn Zugaben. Nach dreieinhalb Stunden heben zwei Sängerinnen Doro Pesch in die Höhe, die prominenten Musikerkollegen auf der Bühne verneigen sich und in der Halle sitzt keiner der 9000 Zuschauer mehr. "Da sind mir die Tränen nur so runtergelaufen."

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Die besondere Beziehung zwischen ISS Dome und der Königin des Metal beginnt ein Jahr zuvor. Dass das Jubiläums-Konzert in ihrer Heimatstadt stattfinden würde, war klar, der passende Ort aber war schwierig zu finden. "Wir hatten unser 20-Jähriges mit einem Riesenkonzert in der Philipshalle gespielt — und wollten das unbedingt noch mal toppen." Auf der Suche nach der richtigen Idee erinnerte sich die heute 44-Jährige an die ersten Konzerte, die sie besuchte. "Das war immer ein besonderes Gefühl, wenn man in die Halle kam, weil man spürte, dass gleich etwas Besonderes passiert." Deshalb entwickelten Doro Pesch und ihr Team ein Jahr lang eine Bühne, die wie eine Burgruine aussah mit einem großen "Warlock" (die Figur, die auf den Alben ihrer gleichnamigen Band zu sehen war) in der Mitte.

Das Konzert in der jungen Konzerthalle weckt auch viele Erinnerungen an die gute alte Zeit. Die Zeit, als "Warlock" Anfang der 80er als eine von zwei Bands ihren Proberaum an der Ronsdorfer Straße bezogen ("Irgendwann waren es 100"). Als sie ihre ersten Konzerte spielten ("Wir waren immer Outlaws, und wir waren immer frei"), als die ersten Clubs entstanden ("das Papidoux und das Litfass").

Damals wie heute organisiert Doros Mutter den Fanclub — mit allen Strapazen, die dazugehören. Als eine Brauerei Bierdeckel zu Ehren der Sängerin druckt, liefert sie aus Versehen 25 000 Stück vor die Tür von Mutter Pesch. Als einige junge Doro-Fans von zu Hause abhauen, campieren sie neben dem Haus der Mutter, die sie schließlich zur Heimkehr überredet.

Die enge Beziehung zu den Eltern war für die Sängerin auch der Grund, sich wieder in Düsseldorf eine Wohnung zu suchen. Nach dem internationalen Durchbruch war sie nach New York gereist und hatte dort schon am zweiten Tag festgestellt "Hier bleibe ich". In Düsseldorf schläft sie zunächst bei den Eltern auf dem Sofa, da aber die einen aufstehen, wenn die andere sich gerade hinlegt, wechselt die Tochter ins Hotel. Am Anfang fühlte sich das super an, aber irgendwann nur noch entwurzelt, deshalb nimmt sich die Sängerin schließlich doch wieder eine Wohnung. "Zweigleisig ist besser."

Das Gespräch im ISS Dome bringt Doro Pesch auch zu dem Moment, der sie an Schutzengel glauben lässt. Für einen Auftritt bei den Footballern von Rhein Fire landete sie am 11. April 1996 in Düsseldorf. Die Eltern empfangen sie am Ausgang. Als Doro die beiden umarmt, bemerkt der Vater Rauch. "Schnell raus hier", sagt er. Wenige Minuten später brennt der Flughafen, 16 Menschen sterben.

Über das sichere Gefühl, jemanden bei sich zu haben, der sie beschützt, hat sie im vergangenen Jahr ein Lied geschrieben, "Walking With The Angels". Seine Weltpremiere erlebte der Song im ISS Dome, an jenem Abend, an dem sogar die Fans andere Musiker Geschenke an Doro überreichten. "Ich habe sie alle in meinen beiden Wohnungen. Ich freue mich jeden Morgen, wenn ich sie sehe."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Doro Pesch rockt den Dome

(RP)