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Neuss/Düsseldorf: DNA-Spur führt zu Räubern

Neuss/Düsseldorf : DNA-Spur führt zu Räubern

Zwei Männer, der eine 30, der andere 25 Jahre alt, sitzen seit dem Wochenende in U-Haft. Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, in Neuss und Düsseldorf zwei Lkw-Fahrer verletzt und beraubt zu haben. Einer der Fahrer wurde dabei so schwer verletzt, dass er berufsunfähig bleiben wird.

Fast zwei Monate hat die Düsseldorfer Kriminalpolizei ermittelt, noch immer sind nicht alle kriminaltechnischen Detail-Untersuchungen abgeschlossen. Für die Fahnder steht aber fest: Mit Tobias R. (30) aus Wetter an der Ruhr und Frank S. (25) aus Neuss haben sie die beiden Männer, nach denen sie seit Mitte Mai gefahndet haben. Beiden werden zwei äußerst brutale Überfälle zur Last gelegt, bei denen sie ihre Opfer ausrauben wollten.

Der erste Fall in Neuss verlief relativ glimpflich: Der Fahrer wurde nicht sehr schwer verletzt, an die Beute von 18 000 Euro kamen die Täter nicht heran. Der zweite Fall erschütterte die Ermittler Christian Leue und Werner Adams noch gestern beim Erzählen. Dabei wurde ein 43-jähriger Fahrer aus Beckum so schwer verletzt, dass er lebenslang unter den Folgen des Überfalls leiden wird. So bleibt er auf einem Auge blind, wird auf dem anderen vermutlich auch nicht mehr voll sehfähig sein. Seinen Beruf als Lkw-Fahrer kann er nicht mehr ausüben. Er wird im Kreis Warendorf vom Weißen Ring betreut und muss noch lange ambulant behandelt werden. Warum er von den beiden Tatverdächtigen so massiv verprügelt worden ist, ist allen ein Rätsel. Die beiden Männer erbeuteten bei ihm 23 000 Euro.

In beiden Fällen ging es um den Verkauf und Ankauf von Paletten. Die beiden Tatverdächtigen hatten im Mai Kontakt zu einer niederländischen und einer deutschen Firma aufgenommen und gaben vor, Paletten zu verkaufen. Die Übergabe an die niederländische Firma wurde für den 12. Mai um 16.30 Uhr in Neuss an der Memeler Straße verabredet. Als der Lkw-Fahrer ausstieg und die Ladefläche öffnete, wurde er zuerst von dem einen, später von dem anderen Täter angegriffen. Beide setzten Reizstoffwaffen ein und schossen ihm damit in die Augen. Der Verletzte konnte sich in die Räume einer Firma flüchten. In der Zeit versuchten die Männer, mit einem Stein sein Führerhaus aufzuschlagen, um an die vereinbarten 18 000 Euro zu kommen. Das gelang ihnen nicht.

Der Treffpunkt mit einem Fahrer der deutschen Palettenfirma wurde zunächst auch nach Neuss gelegt, am Freitag, 13. Mai, dann aber kurzfristig nach Reisholz verschoben. Wieder gab es ein Treffen mit einem Lkw-Fahrer, wieder wurde der an der Ladefläche angegriffen. Bei dieser Tat aber schlugen die Täter so brutal zu, dass ihr Opfer fast gestorben wäre, wenn ihn nicht ein Passant gefunden hätte. Obwohl: Einer der Täter rief über das Handy des Opfers den Feuerwehr-Notruf an. Die rückte auch aus, fand in dem unübersichtlichen Gelände am Trippelsberg aber keinen Verletzten. Als dann eine Stunde später ein Passant die Polizei rief, war deren Suche nach dem Verletzten erfolgreich. In der Uni-Klinik hörten die Beamten dann, dass schon am Tag zuvor ein verletzter Lkw-Fahrer eingeliefert worden war — das Opfer aus Neuss.

Danach startete eine umfangreiche und detailreiche Ermittlung mit Stimmen- und Spurenabgleich. Von Frank S. gab es bereits wegen anderer Delikte eine DNA-Spur, auf Tobias R. kamen die Beamten im Laufe der Ermittlung. Freitag um 22 Uhr dann die Festnahme in der Wohnung in Wetter. Seitdem schweigen beide Täter, machen keine Angaben zu den Taten.

(RP)