1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Verwaltungsneubau in Düsseldorf: Diskussion übers neue Technische Rathaus

Verwaltungsneubau in Düsseldorf : Diskussion übers neue Technische Rathaus

In Frage kommen zwei Standorte in Bilk und Oberbilk. Sie unterscheiden sich beispielsweise bei der Erreichbarkeit mit Bus und Bahn oder mit dem Rad. Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung wollte sich am Dienstag noch nicht festlegen.

Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung hat am Dienstag über die Pläne für den Neubau des Technischen Rathauses diskutiert. Im Zentrum standen neben der Frage, wo das Verwaltungsgebäude entstehen soll, vor allem die räumlichen Kapazitäten des Neubaus. Über den entsprechenden Bedarfsbeschluss wollten die Politiker zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht abstimmen. „Wir haben noch Diskussionsbedarf, was den Standort angeht“, formulierte es Jörk Cardeneo (Grüne) für seine Fraktion. Er signalisierte gleichzeitig Zustimmung für das „Change“-Konzept, mit dem die Stadt parallel zu dem Umzug auch die Arbeitsprozesse in dem Gebäude umfassend modernisieren will.

Ausgangslage Neben dem Rathaus in der Altstadt (repräsentative Zwecke) und dem Gebäude Willi-Becker-Allee (Bürger-Services) ist das Technische Rathaus an der Brinckmannstraße/Auf’m Hennekamp der dritte große Standort der Stadtverwaltung. Es besteht aus fünf Gebäuden unterschiedlichen Alters. Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung hatte 2017 ergeben, dass ein zentraler Neubau des Technischen Rathauses günstiger ist als eine Sanierung der Bestandsbauten. Das bisher genutzte Gelände würde die Stadt verkaufen, das Geld könnte zur Finanzierung der Neubauten beitragen.

  • Eine neue Oper an der Heinrich-Heine-Allee
    Großprojekt in Düsseldorf : Neue Studie zu Opern-Neubau am Hofgarten
  • Baustelle im Jüchener Ortskern : Neubau der Volksbank-Filiale in Jüchen startet jetzt
  • Mit Britta Cornelis, Ute Lindemann, Suzan
    Online-Terminvereinbarung ab Juni möglich : Digitalisierung im Schermbecker Rathaus schreitet voran
  • Karneval 2016, Sturmwarnung, Rosenmontagszug abgesagt wegen
    Einkaufsfest in Bilk : Verdi warnt vor schnellen Sonntagsöffnungen
  • Bewegungsspaß mit dem Skateboard kommt bei
    Politik in Radevormwald : Weiter Zweifel am Standort des Jugendfreizeitplatzes
  • Im Schulzentrum Hackenbroich soll in naher
    Neue Pläne in Dormagen : Stadt will neuen Zukunftsplan für Schulen

Standort-Frage Zur Debatte stehen inzwischen zwei mögliche Standorte für den Neubau. An der Moskauer Straße in Oberbilk sowie an der Völklinger Straße in Bilk („Auf’m Tetelberg“), wo das Rathaus als Teil eines dort geplanten Neubauviertels mit Wohnungen und dem Neubau des Luisen-Gymnasium entstehen würde. Diese beiden wurden aus ursprünglich acht in Frage kommenden Grundstücken ausgewählt, weil sie mehrheitlich der Stadt gehören, wie Doreen Kerler (Amt für Gebäudemanagement) in der Sitzung erläuterte. Die Verwaltung bevorzugt nach einer Prüfung der baulichen Möglichkeiten, der verkehrlichen Situation und der möglichen Zeitschiene den Oberbilker Standort.

Vergleichsfaktoren Ein von der Verwaltung präsentierter Vergleich offenbarte an beiden Standorten Vorteile und Nachteile. So ist das Gelände in Oberbilk deutlich besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln (U-Bahn-Haltestelle; fußläufig zum Hauptbahnhof), per Rad oder zu Fuß erreichbar, in Bilk gibt es Verbesserungsbedarf.

In Oberbilk müsste wegen der deutlich kleineren Grundstücksfläche weiter in die Höhe gebaut werden (laut Machbarkeitsstudie gestaffelt von acht bis 23 Geschossen). Die längere Bauzeit würde aber dadurch ausgeglichen, dass in Bilk noch kein Bebauungsplan existiert und entsprechend später begonnen werden könnte.

Bei einer Umsetzung in Oberbilk müsste ein eigener Standort für den Stadtentwässerungsbetrieb gebaut werden: Dieser muss in der Nähe der Kläranlage bleiben und würde deshalb nicht mit an die Moskauer Straße ziehen. Auch die geplante Betriebs-Kita würde in Oberbilk ein eigenes Gebäude brauchen. In Bilk könnte beides integriert werden. „Insgesamt ist es belastend, dass wir weiterhin so viele Außenstandorte haben werden“, sagte die Ausschuss-Vorsitzende Monika Lehmhaus (FDP).

Die geschätzten Kosten sind in Oberbilk mit 286 Millionen Euro etwas höher als in Bilk mit 258 Millionen Euro.

Change-Prozess „Wir haben als Verwaltung die Aufgabe, uns zukunftsfähig aufzustellen“, sagte Doreen Kerler. Das bedeutet, dass man im neuen Umfeld auf Arbeitsplätze setzen will, die nicht einem einzelnen Mitarbeiter zugeordnet sind. Angedacht sind moderne Bürokonzepte mit unterschiedlichen Bereichen etwa für konzentriertes Arbeiten, für Sitzungen und für Telefonate.

Vorgesehen ist dabei, dass wegen wechselnder Abwesenheiten 80 Arbeitsplätze für 100 Mitarbeiter ausreichen werden – zumal es Möglichkeiten für Home-Office geben wird. „Das Personalamt ist dabei, das Thema aufzustellen“, sagte Doreen Kerler.

Damit die Mitarbeiter sich an die Neuerungen gewöhnen können, wird es eine Musterfläche im bisherigen Technischen Rathaus geben. Die Ausschuss-Mitglieder mahnten an, dass man insgesamt angesichts der wachsenden Stadt unbedingt auch mit wachsendem Platzbedarf kalkulieren müsse.

Mitarbeiter In der offiziellen Stellungnahme des Personalrats heißt es: „Wir sehen beide Standorte als geeignet an, wenn bis zur Fertigstellung die genannten Voraussetzungen vorliegen.“ Als Beispiel wird die Verkehrsanbindung zum Bilker Standort genannt, bei der man Verbesserungsbedarf sieht. Zudem fordern die Mitarbeiter, beim Wandel der Arbeitsprozesse aktiv mit einbezogen zu werden.