Diskussion in Düsseldorf: Gehören Autos auf die Königsallee?

Pro und Contra : Gehören Autos auf die Königsallee?

Die Politik hat vorgeschlagen, aus der Prachtmeile zumindest teilweise eine Fußgängerzone zu machen. Das hat eine Kontroverse ausgelöst. Auch unsere Autoren haben unterschiedliche Meinungen dazu.

Ja, Autos gehören auf die Königsallee, findet Laura Ihme:

Leben und leben lassen. An kaum einem Ort in Düsseldorf wird rheinische Großzügigkeit so sichtbar wie auf der Kö: Eine Luxusmeile ist sie, klar. Aber doch hat dort jeder Platz: Fußgänger mit großem Geldbeutel und großen Einkaufstaschen genauso wie Fußgänger, die die Prachtmeile einfach mal nur auf sich wirken lassen wollen; teure Autos, kleine Autos, Radfahrer. Das System funktioniert, das Nebeneinander auf der Königsallee ist auch ein Miteinander.

Worin besteht also die Notwendigkeit, daran etwas zu verändern? Das Argument, die Einkaufsstraße werde dadurch attraktiver, weil es mehr Raum für Gastronomie und Gäste gibt, kann wohl kaum gelten: Die Kö verfügt schließlich bereits über einen sehr breiten Bürgersteig zum Bummeln. Und wird tatsächlich mal mehr Platz benötigt, etwa für den Bücherbummel oder das Gourmet-Festival, dann wird der Verkehr eben zeitweise eingeschränkt. Die übrige Zeit muss die Kö aber so bleiben, wie sie ist. Sehen und gesehen werden – viele Kunden, die gutes Geld in Düsseldorf lassen, schätzen es, direkt vor der schicken Boutique parken zu können. Ist die Kö schlechter zu erreichen, geht der Charme dieses Einkaufserlebnisses verloren.

Und selbst, wer mit der Meile nicht so recht viel anfangen mag, braucht sie doch auf dem Weg in die City: Denn sie ist und bleibt eine wichtige Zufahrtsstraße.

  • Als sicher gilt, dass die Sparkasse
    Die Suche nach einem neuen Modell hat begonnen : Politik will neue Eissporthalle für den Süden
  • Aus dem Neubau des Rathauses quoll
    Feuer in Düsseldorf : Brandmeldeanlage im Rathaus Düsseldorf in Brand geraten

Nein, Autos haben auf der Prachtmeile nichts zu suchen, meint Arne Lieb:

Die Kö-Händler fürchten den Zorn der Autofahrer. Das ist verständlich. Wenn sich die Einkaufsmeile nicht mehr gut mit dem Pkw erreichen lässt, kostet das Kunden. Und wenn die Untersuchungen der IHK stimmen, reisen gerade viele zahlungskräftige Besucher mit dem Auto an. Die Zuwege zu den Parkplätzen, und das bedeutet vor allem: zu den Tiefgaragen, müssen also erhalten bleiben.

Die Kö braucht man dafür aber nicht. Die Anreise läuft auch über andere Straßen, die paar Parklücken machen keinen Unterschied. Und eine Garantie auf einen Kö-Parkplatz gibt es heute auch nicht. Warum auch? Wer im Baumarkt einen Sack Mörtel kauft, will mit dem Kofferraum an der Laderampe stehen. Bei der Suche nach einer Hose oder einer Uhr zählt vor allem, dass man sich auf der Einkaufsstraße wohlfühlt und nicht, ob man ein paar Meter zum Auto laufen muss.  

Was alles möglich ist, hat gerade Düsseldorf gezeigt. Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie haben den Fußgängern mehr Raum gebracht. Das Ergebnis war eine massive Aufwertung der Innenstadt. Es wäre fahrlässig, eine Fußgängerzone auf der Kö nicht zumindest ernsthaft zu prüfen, und wenn auch nur auf Teilstücken. Mehr Raum für Gastronomie, mehr Platz im Adventstrubel, mehr Aufenthaltsqualität – das wäre auch im Sinne der Kunden, die mit dem Auto kommen.