Kommentar: Dirk Elbers ist gut beraten

Kommentar: Dirk Elbers ist gut beraten

Dirk Elbers hat gestern eine Entscheidung verkündet, die ihm mächtig gegen den Strich geht. Dass gegen eine Auflage von 10 000 Euro das Ermittlungsverfahren gegen ihn eingestellt wird, empfindet der OB bestenfalls als eine Art Freispruch zweiter Klasse. Er ist zutiefst davon überzeugt, nichts Rechtswidriges getan zu haben, als er seinerzeit ein paar Flaschen Champagner annahm, abgeschickt vom stets rührigen damaligen IDR-Chef Heinrich Pröpper.

Juristisch gesehen hat Elbers vermutlich sogar Recht — illegal war das nicht. Aber die Summe der Nettigkeiten, die Pröpper zu seinen Amtszeiten übers Land streute, zeigten das System dahinter: Er schuf ein gutes Klima, von dem er (gewiss nicht ganz zu Unrecht) hoffte, es könnte mal nützlich sein bei kniffligen Entscheidungen in der Grauzone zwischen Politik und städtischer Tochtergesellschaft.

Viele sind, eher arglos, in diese Falle getappt und hätten nie geglaubt, mal ins Visier der Staatsanwaltschaft zu geraten. Dass Elbers nun gegen die persönliche Überzeugung die Kröte schluckt, ist der einzig richtige Weg. Andernfalls wäre er über Monate Hauptakteur eines unkalkulierbaren Prozesses geworden, immer unter Beobachtung der Medien und regelmäßiger Lieferant entsprechender Schlagzeilen.

(RP)
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