Düsseldorf: Digitale Glaubwürdigkeit

Düsseldorf: Digitale Glaubwürdigkeit

joerg.janssen@rheinische-post.de

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Sollten im Frühjahr 2018 tatsächlich sämtliche Schüler in Düsseldorf nicht nur in einigen IT-Räumen, sondern im gesamten Gebäude drahtlos ins Internet kommen, hätte Rathaus-Chef Thomas Geisel bei diesem Thema Wort gehalten. Denn im Herbst 2015 machte er die klare Ansage, dass es "in weniger als drei Jahren" keine Schule ohne W-Lan mehr geben soll. Das ist positiv, auf der anderen Seite aber auch längst überfällig. Denn am Ende geht es um kaum mehr als die Glaubwürdigkeit des Systems Schule. Das würden viele Schüler kaum mehr ernst nehmen, wenn die im Unterricht verwendeten digitalen Technologien älter sind als sie selbst. Selbstkritisch sollten auch die Christdemokraten sein. Denn die von ihnen 2015 zurecht gegeißelte "digitale Steinzeit" hätten sie in ihrer Zeit bis 2014 längst beseitigen können. Gerade weil es nun vorangeht, sind jetzt auch die Schulen selbst gefragt. Noch hat jede ihr eigenes Medienkonzept. Manche wollen iPad-Klassen, andere sehen das zurückhaltender. Manche wollen private Tablets von Schülern im Unterricht zulassen, andere nicht. Hier könnte sich ein stadtweiter Arbeitskreis "digitale Schule" lohnen.

(RP)
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