Dieter-Forte-Gesamtschule und Heinrich-Heine-Universität machen Haus der Talente

Kooperation an Düsseldorfer Schulen : Wie man Begabungen frühzeitig entdecken kann

Die Dieter-Forte-Gesamtschule hat gemeinsam mit der Heinrich-Heine-Universität und der Stiftung „Haus der Talente“ eine neue Kooperation ins Leben gerufen.

Die individuelle Begabung eines Kindes zu fördern, ohne dabei gleichzeitig den restlichen Klassenverbund zu vernachlässigen, ist für viele Lehrer meist ein kaum allein zu bewältigender Spagat. Oftmals zeigen sich die Talente für spezielle Themen bei Schülern erst im späteren Verlauf der weiteren Schulkarriere. Damit beides in Zukunft reibungsloser funktioniert, hat die Dieter-Forte-Gesamtschule gemeinsam mit der Heinrich-Heine-Universität und der Stiftung „Haus der Talente“ eine neue Kooperation ins Leben gerufen. Dozenten der Heine-Universität entwickelten hierzu einen Online-Test mit Fragen unter anderem zu Mathematik, Biologie und Deutsch, der die Begabungen der Fünft- und Sechstklässler zu bestimmten Schulfächern frühzeitig entdecken soll. Diejenigen zehn Schüler, die entweder im naturwissenschaftlichen oder im sprachlichen Bereich die höchste Punktzahl erringen konnten, durften anschließend im Rahmen dreier Projekttage fern des Klassenverbunds an den Förderungsmöglichkeiten des „Hauses der Talente“ teilnehmen. Das Ergebnis dieser Projekttage durften die Schüler nun am vergangenen Montag präsentieren.

Dass Jenna eine Begabung fürs Schreiben besitzt, war der Sechstklässlerin schon vorher klar. „Ich lese in meiner Freizeit viel und gerne. Deshalb wollte ich es einmal selber mit dem Schreiben probieren und es hat mir direkt Spaß gemacht“, sagt die Schülerin. In ihrer Freizeit schreibt sie „realistische Kurzgeschichten“, wie sie ihr Genre nennt. Ihre aktuelle Geschichte hat eine Länge von sieben Seiten.

Während der Projekttage befasste sie sich aber wie ihre Mitschülerinnen Shakeena und Doha mit anderen Textsorten. So sollten die Schüler sich neue Sternzeichen ausdenken und dazu Horoskope schreiben – wer zum Beispiel unter Dohas Zeichen der Bananenschale geboren wurde, der wird im Leben von sehr viel Pech verfolgt sein. „Wir versuchen, den Schülern Aufgaben zu geben, die gezielt die Kreativität wecken“, sagt Pia Helfferich. Die Dozentin für kreatives Schreiben vom Haus der Talente hat die Begabten aus dem Bereich Sprache während des Projektes betreut. Gerade beim Schreiben sei frühzeitige Förderung wichtig, erklärt Helfferich. „Je älter man wird, desto weniger ausgeprägt ist die Fantasie.“

Fantasie war bei den Projektteilnehmern der Naturwissenschaften weniger gefragt. „Die Schüler sollen Kompetenzen von Technik und Naturwissenschaften vermittelt bekommen“, sagt Biologie-Lehrer Timo Tscharnke. Gelingen soll dies mithilfe von „Technik-Türmen“ der Stiftung, die Material und Anleitung zu kreativen Bauvorhaben zur Verfügung stellen. Tyler, Marlon, Seymon und Cedric beispielsweise bauten mit ungekochten Spaghetti eine Brücke aus einer bekannten Filmszene von „Spider-Man“ nach, während ihre Mitschüler ein kleines Haus aus Miniatur-Lehmziegeln errichteten.

Die Schüler können so auch ihr Durchhaltevermögen austesten, wenn ein Projekt nicht auf Anhieb klappt, ergänzt Tscharnke. Cathy und Illyaz etwa bastelten den ganzen Vormittag an einer solarbetriebenen Windmühle herum, die einfach nicht funktionieren wollte. „Manches in der Anleitung stimmt einfach nicht“, ärgert sich Cathy. Am Ende des Tages läuft die Windmühle doch – die Lösung haben die beiden Schülerinnen von alleine finden können.

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