Kulturaustausch: Dieser Mann schickt einen Kulturzug von Duisburg nach Peking

Kulturaustausch : Dieser Mann schickt einen Kulturzug von Duisburg nach Peking

Wenn Völker miteinander Handel betreiben, dann sollte es nicht nur ums Geschäft gehen, sondern auch um Verständnis, findet Jian Guo. Deshalb engagiert sich der Chinese für Kulturaustausch.

In erster Linie geht es um um den Austauisch zwischen Deutschland und China, aber auch mit allen Anrainerstaaten der Seidenstraße. Die wirtschaftliche und kulturelle Wiederbelebung dieser historischen Trasse zwischen Europa und Peking ist derzeit sein wichtigstes Projekt. Von Schloss Elbroich aus will Jian Guo die ganz große Weltpolitik mitgestalten, zumindest etwas menschlicher machen.

Jian Guo hofft, dass sich durch seine Aktivitäten Menschen unterschiedlichster Kulturen kennenlernen und zusammenfinden. Denn nur dann - so seine Philosophie - kann man auch miteinander Geschäfte machen. Zum gegenseitigen Wohl: "Freundschaft muss vom Herzen kommen. Sonst wird das nichts." Um dieses ehrenwerte Ziel zu erreichen, schickt der Vorsitzende des DCKD Düsseldorf, einem Verein zum Kulturaustausch zwischen Deutschland und China, einen Kulturzug auf die Reise von Duisburg nach Peking.

Die blauen Container sind beladen mit Wirtschaftsgütern und jeder Menge Kultur. An den Haltepunkten Taschkent (Usbekistan), Astana (Kasachstan), Urumqi (West-China) und Peking soll es jeweils zehntägige Präsentationen geben. Jian Guo ist in der Zehn-Millionen-Stadt Xi'an aufgewachsen. Dort studierte er auch an der Kunstakademie. Tuschemalerei war sein Spezialfach.

Trotz Bachelor-Abschluss und Lehrauftrag kam er in seiner Heimat aber wirtschaftlich kaum über die Runden: "30 Euro im Monat waren einfach viel zu wenig." Ihn lockte das westliche Ausland, speziell Deutschland. Nachdem er zwei Jahre lang die deutsche Sprache gepaukt hatte, beantragte er ein Visum. Letztlich landete er an der Fachhochschule Düsseldorf, um Design bei Professor Helfried Hagenberg zu studieren. Nach erneutem Abschluss gründete er dann 2004 zusammen mit Hagenberg den gemeinnützigen Verein DCKD. Acht Jahre später, 2012, bezog Guo dann zusammen mit zwei Mitarbeitern die Räume in Schloss Elbroich - nicht im hochherrschaftlichen Teil, eher im ehemaligen Dienstbotenbereich. Vom 2. bis zum 10. Juni verabschiedet der Düsseldorfer Verein DCKD den Blue Container-Zug im Duisburger Rheinpark mit einer kostenlosen China-Präsentation. Gezeigt werden Repliken des Weltkulturerbes von Duhuang, außerdem gibt es eine Ausstellung von zeitgenössischen Künstlern aus China, Kasachstan, Usbekistan und Deutschland, eine Wirtschaftsmesse und Kultur- sowie Wirtschaftssymposien. Ist das alles abgearbeitet, hat Jian Guo schon einen neuen Plan. Diesmal geht es um eine dauerhafte China-Präsentation. Mit der Stadt Düsseldorf ist er bereits wegen einer geeigneten Location im Gespräch.

(RP)
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