Düsseldorf: Dieser Friseursalon ist auch ein Ort der Kunst

Düsseldorf: Dieser Friseursalon ist auch ein Ort der Kunst

Seit sieben Jahren führt Shigeki Kanazawaw das "Mirage" an der Kreuzstraße. Seine Kunden kommen überwiegend aus Asien.

Seit sieben Jahren führt Shigeki Kanazawa das "Mirage" an der Kreuzstraße. Seine Kunden kommen überwiegend aus Asien.

Auch Mai Hanashima verkauft im Salon ihre Werke. Foto: Urbig

Das Schaufenster an der Kreuzstraße zeigt Kunstwaren, Postkarten, zarte Aquarelle und Kalligraphie. Tatsächlich liegt dort aber auch ein japanischer Friseursalon. "Mirage" ist sein Name und Shigeki Kanazawa der Inhaber. Kinder, Erwachsene und Senioren lassen sich von ihm die Haare schneiden. "70 Prozent meiner Kunden sind Asiaten", erzählt er. Aber auch Deutsche suchen den Salon des 33-Jährigen auf.

Die japanische Art, Haare zu schneiden, unterscheide sich von der deutschen Technik. Oft erlebe Shigeki Kanazawa, dass deutsche Kunden nur die Spitzen schneiden lassen wollen: "Bei Asiaten geht das nicht so einfach", erzählt Kanazawa. "Sie haben oft harte und viele Haare und wollen Behandlungen, die das Haar leichter und weicher aussehen lassen." Dafür arbeitet Kanazawa nicht nur mit speziellen Schnitten, sondern auch mit japanischen Pflegeprodukten.

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Um sich auf seine Kunden einzustellen, informiert sich der Friseur genau: "Ich orientiere mich immer an den japanischen, aber auch an den deutschen Trends." Shigeki Kanazawa ist 33 Jahre alt, mit 18 Jahren hat er in Tokio eine Lehre als Friseur begonnen. "Ich habe mich immer gerne mit Hairstyling und Trends beschäftigt." Auch der Wunsch, nach Europa zu kommen, habe bei der Berufswahl eine Rolle gespielt: "Als Handwerker kann man, egal wo, arbeiten." Vor acht Jahren zog Shigeki Kanazawa nach Düsseldorf, hat dort einige Zeit als Friseur gearbeitet, bis er 2011 den Salon an der Kreuzstraße übernommen hat.

In der vorderen Ladenhälfte verkauft die Künstlerin Mai Hanashima ihre Werke. Darunter sind Bilder, Keramik und Schmuck. Die 29-Jährige hat in Japan Musik studiert. "Deutschland hatte für mich immer das Image, märchenhaft zu sein, auch wegen der Gebrüder Grimm", erzählt sie. Märchenhaftes ist so auch in ihren Aquarellen zu finden: Sie zeigen Feen, Tiere, die Natur oder das Universum. Passend zum Japan-Tag faltet die Künstlerin gerade Origami Figuren - auch damit wird sie vertreten sein. Einen besonderen Ansturm von Japanfans, die sich stylen lassen möchten, erwartet Kanazawa zum Japan-Tag hingegen nicht. Manga-Frisuren seien bei ihm noch nie angefragt worden. "Die machen die Cosplayer selber", sagt er und lacht.

(ubg)
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