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Düsseldorf: Dieselverbot würde die Stadt lahmlegen

Düsseldorf : Dieselverbot würde die Stadt lahmlegen

Ein Gericht hat Düsseldorf mit einem Verbot von Dieselfahrzeugen in der City gedroht, falls die Abgaswerte nicht eingehalten werden.

Das mögliche Verbot für Dieselfahrzeuge in der Düsseldorfer Innenstadt erhitzt zwar die Gemüter, so recht ernst scheinen es aber bis kürzlich nur die wenigsten zu nehmen. Dass so etwas aber tatsächlich Realität werden kann, hat in dieser Woche bereits die norwegische Hauptstadt Oslo gezeigt. Die Stadt verbannte Dieselautos wegen der hohen Luftverschmutzung gestern einen weiteren Tag lang von den kommunalen Straßen. Das Verbot am Dienstag habe zu besserer Luft in der Stadt geführt, sagte der Direktor des norwegischen Instituts für Luftforschung, Leonor Tarrasón, dem norwegischen Rundfunk.

 Die Awista betreibt neben 65 Müllfahrzeugen noch 70 Kehrwagen und 60 Winterdienstautos - alles Diesel.
Die Awista betreibt neben 65 Müllfahrzeugen noch 70 Kehrwagen und 60 Winterdienstautos - alles Diesel. Foto: Endermann Andreas

Der Osloer Stadtrat hatte entschieden, sofort einzugreifen, wenn über mehrere Tage eine hohe Luftverschmutzung zu erwarten ist. Vor allem Privatautos blieben am Dienstag stehen. Bestimmte Diesel - wie etwa Taxis und Krankenwagen - sind von dem Verbot ausgenommen. Für Verstöße werden umgerechnet 165 Euro Strafe fällig. Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte die Aktion, die die Gesundheit der Bevölkerung vor die Interessen der Autofahrer stelle. "Deutsche Städte haben bis heute keine Antworten auf die gefährlich schlechte Luft", sagte Greenpeace-Energieexperte Niklas Schinerl.

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Würde von heute auf morgen ein solches Dieselverbot in Düsseldorf in Kraft treten, würden dadurch weite Teile der Stadt lahmgelegt. Allein das Entsorgungsunternehmen Awista nutzt 65 Müllfahrzeuge, 70 Kehrwagen und 60 Fahrzeuge für den Winterdienst. "Alle diese Großfahrzeuge sind Diesel", sagt Awista-Sprecher Ralf Böhme. Bislang fehle für die meisten Einsatzbereiche schlicht die Alternative "Ein Dieselverbot darf es nicht geben", sagt Böhme.

 Unklar ist, welche Auswirkungen ein Dieselverbot auf den Schiffsverkehr haben würde.
Unklar ist, welche Auswirkungen ein Dieselverbot auf den Schiffsverkehr haben würde. Foto: A. Bretz, A. Endermann (3)

Die Feuerwehr hat insgesamt 300 Fahrzeuge, rund 95 Prozent davon sind Diesel. Nur kleinere Fahrzeuge für vorbeugende Maßnahmen und die Pressestelle sind Elektroautos. "Wir gehen davon aus, dass es für die Feuerwehr und die Rettungsdienste dann Ausnahmen gäbe", sagte Feuerwehrsprecher Tobias Schülpen. Auf solche Ausnahmen hofft auch die Rheinbahn, die auf ihren Linien 410 Dieselbusse betreibt. "Reichweite und Preis der E-Busse sind heute noch nicht akzeptabel", sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Bei der Versorgung mit Taxis dürfte es ebenfalls zu Engpässen kommen, denn 950 der 1090 Düsseldorfer Taxis werden laut Dennis Klusmeier, dem Chef der Taxi-Innung, mit den Selbstzündern betrieben.

 Etwa jeder dritte Wagen ist ein Diesel. Bei den vielen Pendlern ist er wegen des geringen Verbrauchs beliebt.
Etwa jeder dritte Wagen ist ein Diesel. Bei den vielen Pendlern ist er wegen des geringen Verbrauchs beliebt. Foto: Endermann Andreas

In Sorge sind unterdessen die Handwerksbetriebe der Stadt. Detlev Thedens hat eine Lackiererei in Flingern und fürchtet eine solche Maßnahme. "Ein Dieselverbot wäre für uns eine komplette Katastrophe. Nicht nur, dass unsere 25 Fahrzeuge nicht mehr hier fahren könnten. Wie sind so nah an der Innenstadt, dass die auswärtigen Kunden uns nicht mehr erreichen würden", sagt Thedens.

Ebenfalls betroffen wäre die Paketzustellung in der Stadt. 200 Dieselfahrzeuge setzt die Post allein in Düsseldorf ein. Elektroautos sind laut Post-Sprecher Rainer Ernzer zwar in der Entwicklung, heute aber noch nicht einsatzbereit.

Schwierig wird die Situation vor allem für Pendler. Jeder dritte von den mehreren 100.000 Berufstätigen, die täglich per Auto nach Düsseldorf fahren, nutzt ein Fahrzeug mit Dieselmotor, weil diese weniger verbrauchen als Benziner.

(tb.)